Versteckte Pfade im Wildpark

Wildschweine riechen häufig nach Maggi

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Bei der Wanderung auf versteckten Pfaden durch den Wildpark kann man auch die Wisente beobachten - sicherheitshalber mit gebührendem Abstand.

Klein-Auheim - Gut 40 Naturinteressierte begaben sich im Rahmen der jüngsten Mittwochswanderung „auf versteckten Pfaden“ durch den Wildpark Alte Fasanerie in Klein-Auheim. Dabei erlebten sie den Tierpark einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Von Holger Hackendahl

Denn Waldpädagogin Kirsten Müller, Ehefrau des pensionierten Forstamtsleiters Dr. Dieter Müller, führte die Gruppe abseits der Hauptwege auf kleinen Pfaden und Schleichwegen durch das 107 Hektar große Areal. Dabei konnten die „Mittwochswanderer“ die Tiere von ungewohnten Beobachtungspunkten aus betrachten und bekamen dazu noch interessante Informationen zum Wildpark und dessen Bewohnern.

Unter Baumkronen ging es zunächst entlang des Wisentgeheges, wo die vier Tiere mit dem fünfwöchigen Kalb „Farina“ aus der Ferne grüßten, bis zu den Wildschweinen. An diesem schwülen Sommerabend rieb sich direkt vor den Augen der Gruppe eine Bache das Borstenfell genüsslich an einem Baum. Dabei ließ sie sich auch von der Gruppe nicht stören, während Kirsten Müller erklärte, dass die Borsten der Wildschweine früher auch gerne zur Herstellung von Bürsten genutzt wurden. Und noch eines lernten die Besucher: Wildschweine riechen häufig nach Maggi. Im Gläschen hatte die Waldpädagogin den typischen Duft eines Keilers dabei, ebenso dessen große Hauer, mit denen die Tiere den Waldboden auf der Suche nach eiweißreichen Engerlingen und Mäusen, beides Wildschwein-Leibspeisen, durchwühlen.

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Waldpädagogin Kirsten Müller mit dem Gebiss eines Damhirschs.

Vorbei an der idyllisch im Wald grasenden Highland-Rinderherde ging es immer an der Wildparkmauer entlang zum Damwildgehege. Der Pfad führte vorbei an grünen Farnbeständen und bis vor Kurzem noch üppig blühendem rosa Fingerhut. „Das neue Geweih des Damwilds steht derzeit voll im Bast“, erklärte die Waldpädagogin, während sich einige der Tiere – wohl in der Hoffnung auf Futter – so nah an den Zaun trauten, dass sie sogar gestreichelt werden konnten. Darunter war auch ein Albino, ein weißer Damhirsch. Ursprünglich stammen die Tiere aus Asien, sind aber auch in europäischen Wäldern inzwischen häufig zu beobachten.

Und weiter ging’s zu den Polarwölfen, Luchsen und Elchen – und das immer wieder auf versteckten Wegen entlang der mit Farnen, kleinen Birken, Buchen, Kiefern sowie Him- und Walderdbeeren bewachsenen Wildparkmauern.

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