Wildpark: Neues Gehege im Rahmen des Waldfestes eingeweiht

Wildkatzen klettern auf Festungssteinen

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Prominente Helfer hatten die Wildkatzen des Klein-Auheimer Wildparks gestern bei ihrem Umzug in das neue, rund 700 Quadratmeter große Gehege.

Klein-Auheim - Morgaine, Kira und Sammy haben ein neues Zuhause. Bei ihrem Umzug im Klein-Auheimer Wildpark „Alte Fasanerie“ hatten die drei Wildkatzen gestern prominente Helfer an ihrer Seite.

Unter den Augen zahlreicher Zuschauer begannen die scheuen Samtpfoten sogleich, ihr neues Gehege zu erkunden - sehr zur Freude von Forstamtsleiter Christian Schaefer, der zuvor den Gehege-Schlüssel von Hannelore Moravec entgegen genommen hatte.

Als Vorsitzende des Wildpark-Fördervereins, der die rund 70.000 Euro für die künstliche Mittegebirgslandschaft aufbrachte, nutzte Moravec ihrerseits das alljährliche Waldfest auf der nahen Festwiese, um den derzeit 2500 Mitgliedern sowie zahlreichen Spendern und Sponsoren zu danken. Nicht nur das neue Wildkatzen-Heim, auch die Renovierung des Mäusehauses und die neue Glaswand am Wolfsgehege habe der Verein zuletzt finanziert und im Storchenteich eine Pumpe einbauen lassen. Aktive hätten darüber hinaus das vom Sturm beschädigte Storchenhaus wieder zurechtgezimmert und im Streichelzoo ein Hühnerhaus gebaut, zählte die Vorsitzende des Wildpark-Fördervereins auf.

Anerkennung dafür gab es unter anderem von dem Hanauer Stadtrat Günther Jochem, dem eigens aus Kassel angereisten Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, Michael Gerst, und der Ersten Beigeordneten des Main-Kinzig-Kreises, Susanne Simmler. Alle drei packten später mit an, als es galt, die drei fünf bis sieben Jahre alten Wildkatzen mit Trageboxen in ihr neues Gehege zu bugsieren. Forstamtsleiter Schaefer zeigte sich erleichtert, dass die Samtpfoten-Familie sich neu einrichten kann: Das über 40 Jahre alte frühere Katzenhaus habe den Anforderungen nicht mehr genügt und sei, von Stürmen gebeutelt, „am Ende fast zusammen gebrochen“.

Das neue Wildkatzen-Gehege ist laut Schaefer nicht nur deutlich größer - es misst nun 750 statt der bisherigen 300 Quadratmeter - sondern es ist auch artgerechter eingerichtet. Einen zentralen Erdhügel, mit 20 Lastwagen-Ladungen herangekarrt, durchsetzen Bruchsteine aus Sandstein und Basalt, außerdem bieten imposante Baumstämme Rückzugs- und Klettermöglichkeiten. Sämtliches Material habe die Stadt Hanau kostenfrei zur Verfügung gestellt, betonte Wildpark-Chef Günter Hunold.

Impfung von jungen Wölfen in der Alten Fasanerie in Hanau

Die Sandstein-Brocken etwa - runde 20 Tonnen - stammten von der historischen Befestigungsanlage, deren Reste beim Umbau des Hanauer Freiheitsplatzes zum Vorschein gekommen seien. Weitere 20 Tonnen Erde haben die Gehege-Planer am Westrand der kreisrunden, von innen mit einem Elektrozaun gesicherten Anlage aufschütten lassen. Wie schon bei den Wölfen und dem Rotwild wird Besuchern damit die Möglichkeit gegeben, das Gehege von oben und ohne störende Zäune einzusehen. Im Herbst soll die Kunstlandschaft noch weiter bepflanzt werden, kündigte die Wildpark-Leitung an.

Die Aktion sei nicht nur ein Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit unter Behörden und Ehrenamtlichen, lobte Hessen-Forst-Chef Michael Gerst. Die Attraktivität des Wildparks werde dadurch weiter steigen. Schon jetzt sei Klein-Auheim mit 210.000 Besuchern 2014 der meistfrequentierte Wildpark unter der Regie von Hessenforst gewesen. (rdk)

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