Bisher schon 15.000 Fahrgäste gezählt

Interesse an Wilhelmsbader Karussell weiterhin groß

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Auf die Pferde des historischen Karussells im Staatspark Wilhelmsbad darf bei den Fahrten nicht gestiegen werden. In den vier Kutschen finden aber 32 Menschen platz.

Hanau - Fast 15.000 Menschen sind mit dem Wilhelmsbader Karussell gefahren, seit es vor zwei Jahren wieder in Betrieb genommen worden ist. Auch in diesem Jahr wird es wieder zahlreiche Führungen und Gelegenheiten zur Fahrt mit dem historischen Karussell geben. Von Sebastian Schilling 

„Es kommt vor, dass Menschen, die 70, 80 oder 90 Jahre alt sind, mit dem Karussell fahren und dabei Tränen in den Augen haben“, sagt Stefan Bahn, Vorsitzender des Fördervereins für das Karussell im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad. Es sind Leute, die das Karussell noch aus ihrer Kindheit kennen und sich als Kinder vielleicht auch mal durch die Gitterstäbe gequetscht haben, um auf eines der Pferde zu steigen, sagt Bahn.

Dass sich das in den Jahren 1779/80 erbaute Karussell heute wieder regelmäßig dreht, ist maßgeblich dem Engagement des Fördervereins zu verdanken, der Spenden in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro gesammelt hat. 1,1 Millionen trug der Verein zur 4,2 Millionen Euro teuren Karussellsanierung bei. Mit den übrigen rund 260 000 Euro wolle man sich an anderen Projekten der Verwaltung der Staatlichen Gärten und Schlösser Hessen im Wilhelmsbader Staatspark beteiligen. „Wir werden sehen, wie wir uns einbringen können“, sagt Bahn. Es gäbe eine Liste mit 124 Punkten, was alles gemacht werden müsste. So sacke etwa das Fundament der Pyramide im Kurparkweiher ab.

Doch im Fokus der Vereinsarbeit steht natürlich das Karussell. 3654 Erwachsene und 1575 Kinder sind im vergangenen Jahr damit gefahren. Und auch in diesem Jahr wird es an 14 Terminen die Gelegenheit geben, einige Runden auf dem weltweit einzigartigen Kleinod zu drehen. Acht öffentliche Führungen sind geplant, zwei im April und dann jeweils eine von Mai bis Oktober. Bei den Führungen erklären Vereinsmitglieder die einzigartige Drehmechanik des historischen Karussells. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 25 begrenzt, weswegen eine Voranmeldung erforderlich und auch empfehlenswert ist. „Wir hatten schon Besucher aus den USA oder England, die ihre Reisen so planen, dass sie an einer Karussellführung teilnehmen können“, sagt Claudia Schwabe, die im Förderverein für die Führungen zuständig ist.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

Neben den öffentlichen Führungen ist es aber auch möglich, Gruppenführungen zu buchen. Ein Angebot, dass sehr gut angenommen wird. Um die 100 Gruppenführungen werden jährlich gebucht, sagt Schwabe. „Die Gewerkschaft der Lehrer war schon da und der ADFC Frankfurt.“ Beliebt seien die Karussellführungen auch als Ziel von Vereins- oder Betriebsausflügen. „Die weiteste Anreise hatte bisher eine Gruppe aus Norddeutschland“, so Schwabe.

Auch die Fahrtermine erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, auch wenn die Wartezeiten nicht mehr so lang sind, wie in der Zeit nach der Wiedereröffnung, sagt Bahn. Eine Ausweitung der Fahrtermine sei daher auch nicht geplant, zumal das auch mit erhöhtem Verschleiß einherginge, so der Vorsitzende. „Das Karussell ist ein historisches Denkmal, kein Vergnügungspark.“

Bilder: Martinsfest im Wilhelmsbader Park

Die diesjährige Karussellsaison beginnt schon am Ostermontag mit einer Sonderführung um 12 Uhr. Mit dem Karussell gefahren werden kann von 14 bis 17 Uhr. Weitere Termine finden sich im Netz unter www.karussell-wilhelmsbad.de. Dort ist auch die Anmeldung zu den öffentlichen Führungen sowie die Buchung einer Gruppenführung möglich.

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