Kreativ in der Corona-Krise

Online-Stöffche-Probe: Steinheimer Altstadtwirt Klaus Schmidt fast täglich auf Sendung

+
Mit Witz und Gesang: Gastronom und Steinheimer Altstadtbarde Klaus Schmidt sendet fast jeden Tag aus seinem „MaaÄppelsche“ ein Videopodcast.

Der Grund, warum er das macht, ist einfach: „Ich möcht’ die Leut’ e bissi bespaßen“, sagt Klaus Schmidt, Steinheimer Altstadtbarde und Betreiber des „MaaÄppelsche“ in der Altstadt.

Da aber auch seine kleine Schankwirtschaft rund um Äppelwoi wegen Corona geschlossen ist, gibt Schmidt „in der „MaaÄppelsche-losen Zeit“ über Facebook ein tägliches Lebenszeichen per Video-Podcast. Und das mit erstaunlicher Resonanz. Tag für Tag erreicht er fast 500 Zuschauer mit seiner Mischung aus Anekdoten, Gesang und täglicher Stöffche-Probe.

„De Schmidte Klaus“ ist weit und breit der einzige Gastronom, der seit der Gaststättensperrung, dem Lockdown, am 21. März um 12 Uhr an seinen „eigentlichen Öffnungstagen“ ein Lebenszeichen sendet. „MaaÄppelsche“-Grüße übermittelt der Schankwirt von der Hans-Sachs-Straße in umsatzlosen Corona-Zeiten in Form von acht bis zwölfminütigen Kurzvideos.

Schmidt stellt ausgesuchten Apfelwein vor

„Bei meiner Tagezählung berücksichtige ich nicht den mittwöchlichen Ruhetag“, erklärt Schmidt, kurz bevor er das Video startet. Jeden Tag bespricht Schankwirt Schmidt einen anderen von ihm ausgesuchten Äppelwoi. Alle Tropfen stammen aus kleineren regionaler Keltereien. Mal wird ein Streuobstwiesenschoppen wie der „Wiesenäppler“ von Alexander Wurbs (Biebergemünd/ Klein-Auheim) vorgestellt, mal ein sortenreiner wie „Ein Schöner von Boskop“.

„Zu jedem Schoppe hab’ ich auch e’ Gesicht. Industrieschoppe verkauf ich nicht“, bekräftigt das Staanemer Original, das je nach Lust und Laune seine Videos mit Äppelwoi-Gedichten und so manch um- und neu getextetem Lied abrundet. Ideen dafür holt er sich beispielsweise aus dem „Frankforter Ebbelwoi-Bichelche“ mit allerlei kauzigen Versen rund ums hessische Nationalgetränk.

Eine Stunde beste Unterhaltung

Aufgezeichnet werden seine Videos täglich zwischen 14 und 15 Uhr in der kleinen Schankwirtschaft in der Altstadt. Eine Stunde später werden sie dann meist hochgeladen – „bei mir zu Hause, weil im 'MaaÄppelsche' is’ net so e gute Internetverbindung“, grinst Schmidt. Der Schankwirt und Sänger freut sich, das seine täglichen Videos so gut angekommen. Viele kommentieren die Internetbeiträge, bedanken sich und loben die Aktion.

„Als Künstler lebt man ja auch von den Reaktionen seines Publikums“, ist Schmidt schon ein bisschen stolz, dass seine Auftritte im Netz auf so gute Resonanz stoßen: „Das sorgt für ein wenig Abwechslung im Leben meiner Stammgäste.“ „Bis neulich und bleibt mir g’sund, a la vot – auf Euer Wohl“, verabschiedet sich der Schankwirt bis zur nächsten Folge.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare