Corona-Krise

Wildpark „Alte Fasanerie“: Den Wölfen wird langweilig – Immense finanzielle Ausfälle

Im geschlossenen Wildpark kommt man den Polarwölfen so nahe wie selten. Offenbar sind die Tiere froh über jeden menschlichen Zaungast. FotoS. Hackendahl
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Im geschlossenen Wildpark kommt man den Polarwölfen so nahe wie selten. Offenbar sind die Tiere froh über jeden menschlichen Zaungast.

Im Wildpark Klein-Auheim vermissen manche Tiere die Besucher. Auch die finanziellen Einbußen sind hoch.

  • Der Tierpark in Klein-Auheim Hanau bleibt wegen der Corona-Pandemie weiterhin geschlossen. 
  • Die Wölfe im Tierheim vermissen die Besucher. 
  • Auch die finanziellen Einbußen sind immens. 

Klein-Auheim – Vor allem die Polarwölfe und die Hausziegen vermissen die Besucherinnen und Besucher im Klein-Auheimer Wildpark „Alte Fasanerie“. Und das wird wohl auch vorerst so bleiben. Denn der Wildpark und das Hessische Forstmuseum bleiben wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres geschlossen, bedauert Forstamtsleiter Christian Schäfer.

Die Vorgaben des Landes Hessen sind in diesem Punkt eindeutig. Wildparks, Zoos und Museen bleiben vorerst dicht. „Wenn wir dann aber irgendwann wieder öffnen dürfen - und dieser Wunsch ist natürlich da - dann werden wir sehr schnell handlungsfähig sein“, verspricht Schäfer. Entsprechende Hygiene-Vorkehrungen seien bereits vorbereitet, etwa das Anbringen von Abstandsmarkierungen vor der Kasse oder von Warn- und Hygienehinweisen im Park.

Wölfe im Wildpark bei Hanau: Über 100.000 Euro Ausfälle 

Auch der Wildpark Klein-Auheim leidet natürlich unter der Situation. „Durch den Wegfall von Eintrittsgeldern haben wir erhebliche Einnahmeausfälle“, schätzt Schäfer die Summe der entgangenen Mittel auf „deutlich über 100.000 Euro“. Denn eigentlich „brummt“ es im Frühjahr im Wildpark, der in dieser Jahreszeit wegen der vielen Jungtiere besonders attraktiv ist. Besonders schlimm treffe es auch die Greifvogelschau von Falkner Detlef Kotsch sowie die Betreiber der Ponyführungen und Kioske.

Und auch manchen Tieren scheinen die Besucher regelrecht zu fehlen. Die Ziegen vermissen beispielsweise die Fütterung durch die Kinder, für die es an der Kasse Futtertüten gibt. Und auch den Wölfen scheint langweilig. Sie, die ansonsten im Gehege mitunter schwer zu entdecken sind, kommen nun direkt ans Plexiglasfenster, wenn sie mal einen Menschen erspähen. Derweil haben sich Kolkrabe, Nilgans, Feldhasen und drei im Wildpark frei lebende Rehe das weitläufige Wildpark-Wegenetz erobert.

Wölfe im Wildpark Klein-Auheim bei Hanau: Besucher werden vermisst 

Und bei den europäischen Mufflon-Wildschafen und in den Wildschweingattern hat sich weiterer Nachwuchs eingestellt. Zehn Muffellämmer erblickten rund um Ostern das Licht der Tierwelt. Und an die 40 Frischlinge tummeln sich in den Wildschweingattern. 

„Das schöne Wetter sorgt für beste Aufzuchtbedingungen“, weiß Biologin Dr. Marion Ebel. Die erst wenige Tage alten Frischlinge mit ihrem typisch gestreiften Fell erforschen neugierig ihre Umgebung, stets von der Bache gut bewacht. Auch bei den Highland-Rindern hat sich rot gezottelter Nachwuchs eingestellt.

VON HOLGER HACKENDAHL

Mysteriöser Lämmer-Schwund: Elf Muffel-Lämmer wurden in diesem Frühjahr im Wildpark in Klein-Auheim (Hanau) geboren – übrig geblieben ist nur noch eines. Was ist mit den anderen passiert?

Die Corona-Pandemie bringt auch die Zoos in Deutschland in existenzielle Not. Sind Notschlachtungen eine Lösung? Und was macht der Zoo Frankfurt?

Inzwischen darf der Wildpark Hanau wieder öffnen. Allerdings gelten für Besucher neue Regeln und Öffnungszeiten. 

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