Stadtentwicklung

Wohnpark Brüder-Grimm-Straße: Keine Kampfmittel bei Sondierung gefunden

Auf dem Gelände des ehemaligen Bus-Depots in der Brüder-Grimm-Straße soll ein Wohnpark entstehen. Vor Baubeginn wird jedoch der Untergrund auf mögliche Kampfmittel geprüft.
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Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbus-Depots in der Brüder-Grimm-Straße soll ein Wohnpark entstehen. Vor Baubeginn wird jedoch der Untergrund auf mögliche Kampfmittel geprüft.

Bevor im „Wohnpark Brüder-Grimm-Straße“ auf dem ehemaligen Bahnbus-Depot mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, ist auf dem 1,4 Hektar großen Gelände zu untersuchen, ob sich eventuell noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden befinden. Das teilte die Stadt Hanau am Dienstag mit.

+++ Update Donnerstag, 3. September 2020, 15.30 Uhr: Auch am zweiten und letzten Tag haben Spezialisten einer Kampfmittel-Beseitigungsfirma auf dem 1,4 Hektar großen Gelände des künftigen „Wohnparks Brüder-Grimm-Straße“ keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden gefunden. „Das ist überaus erfreulich. Denn wenn bei einem Kampfmittelfund Evakuierungen notwendig gewesen wären, hätte das einen Kraftakt für alle Beteiligten bedeutet“, bilanziert Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Er dankte dem Feuerwerker und dem Baggerfahrer, die zwei Tage lang „mit Ruhe und Vorsicht“ das Gelände untersucht und überwiegend alte Eisenteile gefunden hatten. Dank gebühre auch den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und von mehreren städtischen Stellen, die sich „akribisch und mit Weitsicht“ auf die Kampfmittelsondierung vorbereitet hatten. Anerkennung gebühre schließlich den städtischen Bürgertelefon-Ansprechpartnern und -innen, die sich für Telefonauskünfte zur Verfügung gestellt hatten.

+++ Update Mittwoch, 2. September 2020, 8.55 Uhr: Die Maßnahmen vor Ort haben nun begonnen. Zurzeit werden noch Arbeitsmaterialien auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbus-Depots in Hanau abgeladen. Auch die Polizei war vor Ort.

Die Arbeiten auf dem ehemaligen Bahnbus-Depot haben begonnen.

+++Erstmeldung Dienstag, 1. September 2020, 19:49 Uhr: Bekannt sei, dass es einige Verdachtspunkte gebe, bei denen aufzuspüren gilt, ob es sich nahe der dortigen Bahnstrecke nicht beispielsweise auch um alte Schienenreste, Stahlträger oder Kabel handelt. Um diese vorsichtig aufzuspüren, ist derzeit geplant, dass am Mittwoch und Donnerstag, 2. und 3. September, ein splittergeschützter Bagger einer beauftragten Kampfmittelräumfirma zum Einsatz kommt. Sollte sich dabei herausstellen, dass Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, sei eine Evakuierung der umliegenden Wohnhäuser nicht auszuschließen. Der Planungsstab entscheide dann, in welchem Umkreis zwischen 500 und 1000 Metern Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten.

Sollte das notwendig werden, ist eine Hotline zur Information geschaltet. Diese ist bereits jetzt unter der Telefonnummer 06181-676602000 zu erreichen. Unter dieser Telefonnummer können Menschen, die im Falle einer Evakuierung eine Transporthilfe benötigen ihren Bedarf anmelden. Die Sondierung erfolgt im Einklang mit den Verfahrensempfehlungen des Regierungspräsidiums Darmstadt.

Hanau: Bombenfunde seien kein Zufall

Weiter teilt die Stadt mit: „Bei Bombenfunden handelt es sich mitnichten um unvorhergesehene Zufallsfunde, deren Entdeckung zu einer Gefährdung hätten führen können. Vielmehr ist das Aufspüren von Weltkriegsbomben das Ergebnis einer hochprofessionellen und effizienten Kampfmittelsondierung zur Baufeldvorbereitung. Denn ohne diese Sondierungsarbeiten dürfen Erdaushubarbeiten in früheren Bombenabwurfgebieten und damit kritischen Arealen gar nicht erst beginnen.“

Das Procedere im Umgang mit der Kampfmittelsondierung und -beseitigung sei behördlich klar geregelt und habe sich in der Vergangenheit bewährt. Angefangen bei der historischen Erkundung und gewissenhaften Auswertung von Luftbildern über die Kontrolle der Flächen mittels rechnergestützter Datenaufnahme (Oberflächensondierung per Geomagnetik, Elektromagnetik oder auch Geo-Radar nach Stand der Technik) und manueller Sondierung bis hin zur konkreten Untersuchung festgestellter Anomalien (als Ergebnis der Flächensondierung), wenn nötig deren Bergung und Freigabe des Baufeldes, wird jeder Schritt durch Spezialfirmen und in enger Abstimmung mit dem in Hessen zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt abgearbeitet und dokumentiert.

Der „Wohnpark Brüder-Grimm-Straße“ besteht künftig aus 190 Wohneinheiten, die im Herbst 2022 bezugsfertig sein sollen. Bauherr ist der Marburger Investor S+S Grundbesitz GmbH. Später übernimmt die Nassauische Heimstätte die drei Gebäuderiegel mit Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. 

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