Wolfsheulnacht nach blutigem Rudelkampf

Wölfe heulen ohne Animateur

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Mehrere hunderte Besucher umlagerten die Wolfgsgehege bei der jüngsten Wolfsheulnacht im Klein-Auheimer Wildpark „Alte Fasanerie“. - Foto: Hackendahl

Klein-Auheim - Hunderte Besucher kamen zur ersten Wolfsheulnacht nach blutigem Rudelkampf im Wildpark. Erstmals nach der notwendig gewordenen Trennung des Rudels veranstaltete der Wildpark das beliebte Wolfsheulen.

„Sie sehen mich hier bei der Verliererfraktion und da hinten,“ deutete Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel mit dem Arm in Richtung Nachbargehege, „so sehen Sieger aus.“ Zur ersten Wolfsheulnacht nach den blutigen Rangauseinandersetzungen bei den Polarwölfen des Wildparks Alte Fasanerie Klein-Auheim waren am Samstagabend mehrere hundert interessierte Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern gekommen. Erstmals nach der notwendig gewordenen Trennung des Rudels in drei Alt- und drei Jungwölfe, die nun in separaten Gehegen gehalten werden, veranstaltete der Wildpark wieder das beliebte Wolfsheulen.

Video: Die mit dem Wolf heult

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Polarwölfe hinter Glasscheiben

Ebel heulte im neugestalteten Polarwolfsgehege mit den drei neunjährigen Polarwölfen Ayla, Scott und Khan. Vom Nachbargehege aus antworteten die zweijährigen Rangsieger, die neue Alpha-Wölfin Monja und der neue Alpha-Wolf Inuq, sowie ihr männlicher Artgenossen Aslan mit abgrenzendem Reviergeheul. „Ein gemeinsames Wolfsheulen aller sechs Polarwölfe wird es nie mehr wieder geben“, bedauerte Ebel.

Nach der erfolgreichen Behandlung der beiden schwer verletzten Ex-Alpha-Wölfe Ayla und Scott scheinen die neunjährigen Polarwölfe die Verhaltensbiologin, die die Tiere als Welpen im Frühjahr 2004 per Hand aufgezogen und damit auf sich geprägt hatte, stärken zu mögen als je zuvor. Die „Kraulplätze“ an der Seite der Wolfsexpertin verließen die Weißpelze nur ab und an. Diesmal musste die Verhaltensbiologin die Wölfe auch nicht zum Heulen animieren. Die beiden Rudel konnten es kaum erwarten, sich gegenseitig anzuheulen.

Bilder von der Wolfsheulnacht 2012

Wolfsheulnacht im Wildpark

Für Aufregung hatte am Samstagnachmittag vor dem Wolfsgeheul noch die siebenjährige Timberwölfin „May“ gesorgt. Das verhaltensauffällige Tier hatte sich unter den Gehegezaun hindurch gegraben und spazierte plötzlich im Wildpark herum. Mit einem Narkosepfeil wurde die „Problemwölfin“, die erst seit wenigen Monaten im Wildpark lebt und sich in den letzten Wochen in ihrem neuen Zuhause den Attacken der drei Timberwolfsrüden erwehren muss, schlafen gelegt und separiert. Da die Dr. Ebel weitere Ausbrüche befürchtet, soll „May“ an einen anderen Wildpark abgegeben werden, kündigte sie am Rande des Wolfsheulens an. 

hoh

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