Protest auf dem Schlossplatz

Wütende Pfiffe gegen die AfD

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Der Auftritt von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel wurde gestern von einer Protestveranstaltung begleitet. 

Hanau - Eine Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen AfD gestern Nachmittag im Congress Park Hanau (CPH) ist von einer Gegendemonstration begleitet worden.

Zu dem Protest hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und Organisationen aus dem linken Spektrum aufgerufen, darunter GEW, Linke, IG Metall, Grüne und die Hanauer Friedensplattform. „Argumente auszutauschen reicht nicht“, rief DGB-Regionsgeschäftsführerin Ulrike Eiffler. „Wir müssen auch aufstehen und Krach machen“ - gegen rechte, nationalistische und rassistische Tendenzen.

Die Einsatzleitung der Polizei hatte kurz vor 16 Uhr 200 Teilnehmer bei der Gegendemonstration gezählt. Nicht nur vor dem Congress Park (CPH) zeigte die Ordnungsmacht massiv Präsenz, auch an den Zugängen zur Altstadt und in Richtung Lamboy. Die Veranstalter sprachen von 350 Demonstranten. Diese skandierten zum Teil „Nazis raus“ und protestierten mit Trillerpfeifen. Als die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel um 16 Uhr auf dem Schlossplatz vorfuhr, verdichteten sich die Sprechchöre zum Orkan. Trotz aufgeheizter Atmosphäre verlief die Konfrontation friedlich.

An der Protestkundgebung nahmen Vertreter fast aller demokratischen Parteien aus dem Stadtparlament teil, der Gewerkschaften sowie deutsch-türkischer Vereine und Flüchtlings- und Migrantenhelfer. Zum Mikrofon griff unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Sascha Raabe. Er warf der AfD-Spitze vor, sie betreibe Volksverhetzung und bediene sich rechtsextremer Begriffe.

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Im Brüder-Grimm-Saal, wo 360 Stühle aufgebaut waren, verfolgten rund 200 Menschen den Auftritt von Alice Weidel, neben Alexander Gauland Spitzenkandidatin der AfD bei der Bundestagswahl. Außerdem traten im CPH Markus Frohnmeier, Bundesvorsitzender der Junge Alternative, sowie die hessische AfD-Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel und der hiesige Direktkandidat Jonny Nedog auf.

Während der rund 40-minütigen, in weiten Teilen polemischen Rede Weidels kam es zu einem Zwischenfall. Drei Jugendliche mit Migrationshintergrund, die bei einer Passage über angebliche Messerangriffe ausländischer Jugendlicher die Äußerungen Weidels mit Buhrufen quittierten, wurden von AfD-Ordnern aus dem Saal befördert - unter lautstarker, johlender Zustimmung der AfD-Anhänger. (zrk/cs)

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