Hanau

Zeugen der Industriekultur: Zwei historische Heraeus-Gebäude neu in Rhein-Main-Route aufgenommen

Der Turmbau an der Kreuzung zum Grünen Weg entstand 1904 und wurde 1977 restauriert. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Turmhaube aufgesetzt, die die Ansicht bis heute prägt.
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Der Turmbau an der Kreuzung zum Grünen Weg entstand 1904 und wurde 1977 restauriert. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Turmhaube aufgesetzt, die die Ansicht bis heute prägt.

Zwei historische Gebäude in Hanau sind neu in die Route der Industriekultur Rhein-Main aufgenommen worden: die Platinschmelze und das Turmhaus auf dem Heraeus-Werksgelände.

Hanau – Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, und Oberbürgermeister Claus Kaminsky haben dieser Tage das zugehörige Denkmalschild am Gebäude eingeweiht.

OB Kaminsky zeigte sich bei diesem Anlass besonders erfreut darüber, dass Heraeus sogar das Hauptmotiv des neuen Flyers stellt, der die lokalen Routenführer online bewirbt. Geschäftsführer Rinnert erinnerte daran, dass die Unternehmensgeschichte weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Hanau: Platinschmelze wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet

Um 1908 wurde das Gebäude für die Platinschmelze erbaut. Vermutlich bestand es aus einer hohen überwölbten Halle und einem flacheren, um die Halle platzierten Büro- und Labortrakt. Auf dem markanten Schaugiebel befindet sich noch heute die Aufschrift des damaligen Firmennamens W. C. Heraeus, benannt nach dem Gründer der „Ersten Deutschen Platinschmelze“ Wilhelm Carl Heraeus (1827-1904). Diese gelang dem Apotheker und Chemiker erstmals 1856 im Knallgasgebläse-Brenner. In der Folge entwickelte sich seine Einhorn-Apotheke am Neustädter Markt zu einem bedeutenden Industrieunternehmen. 1896 wurden die Werksgebäude an der Heraeusstraße vor den Toren der Stadt bezogen.

Heute befinden sich im Gebäude der Platinschmelze unter anderem das Richard-Küch-Forum, der Betriebsärztliche Dienst, die kaufmännische Ausbildung und das Heraeus Site Operations (HSO) Service Center.

Turm mit roten Klinkern in Hanau entstand im Jahre 1904

Der von Verblendmauerwerk aus gelblichen und roten Klinkern geprägte Turmbau an der Kreuzung zum Grünen Weg entstand 1904 mit Labors und Werkstätten für die Goldproduktion und die keramische Abteilung. 1977 wurde das Gebäudeensemble restauriert und um ein Geschoss erhöht. Dabei wurde auch eine bis heute die Straßenansicht prägende Turmhaube aufgesetzt.

Zur Route der Industriekultur Rhein-Main gehören etwa 1 000 Standorte von lokaler und überregionaler Bedeutung. Das Projekt der Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main will Zeugnisse des produzierenden Gewerbes wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken. In Hanau zählen unter anderem der Bahnhof Wilhelmsbad, der Hafen, der Industriepark Wolfgang und das Pumpwerk zu den Stationen.

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