Zusammenhang zu Brand der Parkwirtschaft?

Fünf Männer wegen geplantem Raub auf Pizzeria vor Gericht

Hanau - Ging es um eine Einzeltat oder hatte die Bande Kontakte zum organisierten Verbrechen? Am Hanauer Landgericht sind fünf Männer angeklagt, die im September 2012 einen Raubüberfall auf ein italienisches Restaurant in Langenselbold geplant haben sollen. Von Steffen Müller 

Über Verbindungen zum Brand der Kleinen Parkwirtschaft in Wilhelmsbad wird in Medien spekuliert. Zum Gegenstand der Verhandlung gehört der Brand in der Kleinen Parkwirtschaft im Mai 2015 allerdings nicht. Die fünf Italiener zwischen 31 und und 58 Jahren müssen sich nur für einen geplanten Raub auf eine Pizzeria in Langenselbold in der Nacht vom 9. auf den 10. September 2012 verantworten. Der Überfall scheiterte allerdings, da die Polizei durch abgehörte Telefonate im Vorfeld informiert war und die Männer vor dem Restaurant erwartete. Die Anklage lautet auf „Verabredung zum Verbrechen“.

Dass die Ermittler offenbar über den geplanten Raub Bescheid wussten und die Telefone der fünf Männer überwachten, könnte Medienberichte bestätigen, die besagen, dass die Angeklagten zumindest aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität stammen könnten. Als Ursache für das Feuer am Kurpark, bei dem die Kleine Parkwirtschaft komplett zerstört wurde, gehen Ermittler von Brandstiftung aus. Wiederholt war spekuliert worden, dass die Tat etwas mit einem Prozess gegen zwei Männer zu tun haben könnte, die den damaligen Besitzer des Restaurants erpresst haben sollen. Hinweise auf die Täter gibt es aber noch nicht.

Die Serie von Übergriffen auf italienische Restaurants setzte sich fort. Erst Ende März brannte in Oberdorffelden eine Pizzeria, nachdem die Inhaber ebenfalls erpresst worden sein soll. Ob der geplante Überfall in Langenselbold und die Brände etwas miteinander zu tun haben, ist zum jetzigen Zeitpunkt der Verhandlungen allerdings noch Spekulation. „Davon weiß ich nichts und dazu kann und will ich nichts sagen“, äußert sich Staatsanwalt Hans-Walter Jung.

Archivbilder

Feuerwehr-Einsatz in der Kesselstädter Straße

Denkbar ist, dass die Täter bei dem geplanten Überfall auf das Langenselbolder Restaurant einfach nur schnelle Beute witterten. Denn laut Staatsanwaltschaft soll einer der Angeklagten der Vorbesitzer der Pizzeria sein und gewusst haben, dass der neue Inhaber 50.000 bis 100.000 Euro Bargeld in dem Lokal aufbewahrt haben soll.

Da keiner der Angeklagten zu Prozessbeginn spricht und nur drei der Männer bei einem Polizeiverhör Aussagen gemacht haben, gestaltet sich die Beweisführung wohl schwierig. Richter Andreas Weiß gab gestern dem Wunsch der Verteidigung auf eine Verständigung zwischen Gericht und Verfahrensbeteiligten ohne eine weitere Verhandlung nicht statt. „Aufgrund der derzeitigen Beweislage ist eine Verständigung nicht möglich“, begründete Weiß. Nun sollen Zeugen geladen und abgehörte Telefonate vorgespielt werden. Der Prozess wird heute um 10 Uhr im Landgericht Hanau fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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