Zwangsräumungen

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Hanau - Die Zahl der Zwangsräumungen von Mietwohnungen ist in den vergangene fünf Jahre relativ konstant bei um die 90 Fällen geblieben. Von Erwin Diel 

Das geht aus einer Antwort des Magistrates auf eine Anfrage des Stadtverordneten Jochen Dohn, Vorsitzender der Alternative Linke Fraktion (ALF), hervor. Bei den Zwangsräumungen handele es sich um privatrechtliche Verfahren zwischen Mietern und Vermietern, für die zunächst keine städtische Zuständigkeit gegeben sei, heißt es in der Antwort. Allerdings werde die Verwaltung über anstehende Zwangsräumungen von den Gerichtsvollziehern informiert und sei mit Mitarbeitern vor Ort. Die Stadt sei für die Vermeidung von Obdachlosikeit zuständig, müsse bei einem Teil der Verfahren für die Unterbringung sorgen.

In den vergangenen fünf Jahren wurden der Stadt jährlich zwischen 76 und 106 anstehende Zwangsräumungen gemeldet, bei denen von Vermietern vor Gericht erstrittene Räumungsurteil umgesetzt werden. Die Zahlen seien im Vergleich mit anderen hessischen Sonderstatusstädten nicht auffällig, heißt es in der vom Fachbereich Bildung, Soziale Dienste und Integration verfassten Antwort. Zwischen 10 und 21 weitere Räumungen jährlich seien in dem Zeitraum zwar terminiert, aber letztlich nicht vollzogen worden. In mehr als der Hälfte der Fälle seien Einzelpersonen vom zwangsweisen Auszug aus der Wohnung betroffen gewesen. An zweiter und dritter Stelle folgten Ehepaare und allein Erziehende. Familien mit Kindern oder Großfamilien seien eher selten von Zwangsräumung betroffen, schreibt die Stadt zu dem Zahlenmaterial.

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In den meisten Fällen finden die Zwangsgeräumten ohne die Hilfe der Stadt eine neue Bleibe. Um Obdachlosigkeit zu vermeiden, sind in 21 bis 41 Fällen Maßnahmen der Wohnungsbehörde erforderlich gewesen, etwa die Unterbringung in angemieteten Wohnungen oder in Gemeinschaftsunterkünften.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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