Grundlos ins Gesicht geboxt

15-Jähriger geschlagen: Polizei vertröstet Eltern

Heusenstamm - Ohne Anlass und ohne Vorwarnung wird ein junger Mann auf offener Straße geschlagen. Der Täter lacht und läuft davon. So geschehen am Freitagabend mitten in der Schlossstadt. Von Claudia Bechthold 

Es ist Freitagabend so zwischen 19.15 Uhr und 19.30 Uhr. Ein 15 Jahre alter Schüler läuft über den kleinen Bahnübergang zwischen Eisenbahnstraße und Schillerstraße. Als er an der Schillerstraße, etwa in Höhe eines italienischen Lokals eintrifft, sieht er auf der anderen Straßenseite zwei etwa gleichalte, vielleicht etwas ältere Jungs stehen. Der Schüler geht weiter, er will sich beim nahegelegenen Dönergrill etwas zum Essen kaufen. Plötzlich läuft einer der beiden anderen Jugendlichen über die Straße. Ohne etwas zu sagen, boxt er den 15-Jährigen ins Gesicht, läuft wieder zurück zu seinem Kumpel. Beide lachen laut und laufen weg. Ein weiterer junger Mann – etwa 20 Jahre alt – kommt dem durch den Schlag gestürzten Schüler zu Hilfe. Er hilft ihm auf, fragt, ob er einen Rettungswagen alarmieren soll. Als der Schüler dies verneint, begleitet er den 15-Jährigen noch ein Stück auf dessen Heimweg.

Als die Eltern am späteren Abend nach Hause zurückkehren, sind sie entsetzt. Die Mutter setzt sich mit ihrem Sohn ins Auto und fährt zur Polizeistation Heusenstamm. Doch dort werden sie nicht einmal hineingelassen. „Es sei gerade keine Streife da, hieß es, und wir sollten ein Attest beim Arzt besorgen und am Montag wiederkommen“, berichtet die Mutter, die seitdem nach dem jungen Helfer und nach weiteren Zeugen sucht. Sie hat die Hoffnung, dass vielleicht in dem italienischen Lokal direkt am Kreisel der Hohebergstraße jemand zufällig die Szene beobachtet hat. Dem etwa Zwanzigjährigen möchte sie vor allem danken für dessen Hilfe, vermutet aber auch, dass dieser noch nähere Angaben zu dem jugendlichen Täter machen könnte.

Andrea Ackermann, Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen, bedauert die Reaktion ihrer Kollegen. „Das tut uns sehr leid, wir wollten damit aber keinen falschen Eindruck erwecken“, betont sie mehrfach. Ihre Kollegen hätten der Familie nur eine lange Wartezeit ersparen wollen, da in der Tat zu diesem Zeitpunkt alle Streifen unterwegs gewesen seien. Es sei zu diesem Zeitpunkt absehbar gewesen, erläutert Ackermann, dass es mehrere Stunden bis zur Aufnahme einer Anzeige hätte dauern können. „Und da die Schicht, die in der Nacht zum Samstag im Dienst war, am Montag wieder Dienst hatte, haben sie die Familie auf Montag vertröstet.“ Andrea Ackermann bittet die Mutter, unbedingt noch Anzeige zu erstatten.

SOS vom Smartphone: Das Mobiltelefon als Nothelfer

Der etwa 16 Jahre alte Täter soll eine dunkle Hose, einen dunklen Kapuzenpulli und rote Schuhe getragen haben. Von dessen Begleiter gibt es leider keine Beschreibung. Wer etwas zu dem Vorfall sagen kann, wendet sich an die Polizei in Heusenstamm unter Tel.: 06104/69080. Aber auch die Redaktion nimmt Hinweise zur Weiterleitung entgegen unter Tel.: 06074/48426-17 oder per E-Mail unter red.heusenstamm@op-online.de.

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