23 Kinder erobern die Container

Neue Kita an der Rudolf-Braas-Straße in Heusenstamm offiziell in Betrieb genommen

Die Terrasse der neuen Kita an der Rudolf-Braas-Straße nutzten die Gäste zur offiziellen Eröffnung der Einrichtung.
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Die Terrasse der neuen Kita an der Rudolf-Braas-Straße nutzten die Gäste zur offiziellen Eröffnung der Einrichtung.

Es sind vor allem gerade Linien und rechtwinklige Ecken, die das äußere, aber auch innere Bild der neuen Kindertagesstätte an der Rudolf-Braas-Straße in Heusenstamm bestimmen. Die Schnellbauweise aus Containern fordert ihren Tribut. Die vierte städtische Kita mit bis zu 74 Plätzen ist jetzt auch offiziell eröffnet worden.

Heusenstamm –  Fünf Jahre soll die neue Einrichtung vorerst genutzt werden können. Die Eigentümer des Grundstücks an der Ecke zum Weiskircher Weg haben es der Stadt für diesen Zeitraum pachtfrei zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Module hat die Stadt gekauft, sie können später auch an anderer Stelle verwendet werden. Rund eine Million Euro stecken nach Angaben von Bürgermeister Halil Öztas insgesamt in der Kita.

Das Gras ist frisch, die Klettergerüste im Garten harren noch der Abnahme, die Beete sind bislang nicht bepflanzt. Das Außengelände ist noch nicht ganz fertig. Aber drinnen toben bereits seit einiger Zeit jeden Tag zehn Kinder unter drei Jahren und 13 ab drei Jahren, die von sechs Fachkräften sowie einer Leiterin und zwei Auszubildenden betreut werden. Im Oktober komme eine Fachkraft dazu, kündigt Öztas an. Dann können weitere Kinder aufgenommen werden.

„Wir stehen dazu, dass gerade Kindern ein Platz ganz oben auf der Prioritätenliste gebührt“, betont der Bürgermeister in seiner Rede zur Eröffnung der Kita. Eltern dürften mit ihren Bemühungen und Sorgen um die Erziehung ihrer Kinder nicht allein gelassen werden: „Wir wissen, dass wir Kitas brauchen, sie sind eine gute Ergänzung zum Elternhaus, wenn auch kein Ersatz dafür.“ In Heusenstamm verfüge man nun über insgesamt dreizehn Einrichtungen zur Betreuung von Kindern zwischen einem und zehn Jahren in städtischer, kirchlicher und freier Trägerschaft. Der Ausbau der Kita in Rembrücken und eine weitere auf dem Gelände des Schwimmbads an der Jahnstraße seien in der Planung.

Mit der neuen Einrichtung und dem Wechsel vieler Kita-Kinder in die Schule habe man die Warteliste für Kindergärten, die vor einem Jahr noch rund 200 Namen umfasste, ein ganzes Stück entlasten können, bestätigt die zuständige Fachdienstleiterin Kerstin Stanek. Eine weitere Kindertagesstätte mit bis zu 99 Plätzen in der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt soll voraussichtlich bis Ende des Jahres an der Herderstraße fertiggestellt werden.

Die geraden Linien des Gebäudes hätten auch Vorteile, sagt Manuela Reitzammer, die die Kita Rudolf-Braas-Straße mit Stellvertreterin Anne Gotta leitet: „Man muss nicht lange nachdenken, wo man ein Möbelstück hinstellt, es passt überall.“ Die Gäste aus Magistrat und Stadtparlament wenden ihren Blick indes in einen der Sanitärräume: Dort steht in einer Kabine eine Mini-Toilette, kaum größer als das altbekannte Töpfchen, die für die U3-Kinder gedacht ist.

(Von Claudia Bechthold)

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