Absagen fallen schwer

Heusenstamms Fastnachtstreibende verzichten auf Sitzungen

Das Rathaus konnten (Mitte, von links) Matthias Kilian, Petra Klein und Björn Uhl im Februar noch stürmen.
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Das Rathaus konnten (Mitte, von links) Matthias Kilian, Petra Klein und Björn Uhl im Februar noch stürmen.

Eigentlich wollten sie an diesem Wochenende den Start in die neue Kampagne feiern. Doch die Aktiven der drei fastnachtstreibenden Institutionen in der Schlossstadt bleiben zu Hause. Die Pandemie hat auch ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb haben sie auch die Saalfastnacht für diese Session abgesagt.

Heusenstamm – Vor zwei Jahren haben die Vertreter von Feuerwehr, Kirche und Karneval Klub Disharmonie (KKD) beschlossen, unter der Abkürzung FKK künftig enger zusammenzuarbeiten. Und so haben sie auch jetzt gemeinsam beschlossen, die Sitzungen im kommenden Jahr komplett zu streichen.

„Das ist halt gerade so“, sagt Björn Uhl von der katholischen Pfarrgruppe, auch wenn es natürlich schwerfalle. Allerdings könne man diese Entscheidung nur für jene Veranstaltungen treffen, „für die wir auch federführend verantwortlich sind“. Für den Fastnachtszug und den Rathaussturm sei die Stadt zuständig.

„Bei uns ist es so, dass zum Beispiel Gruppen wie die Heusendales, die Pink Ladys oder die Prinzen schon im September mit den Proben anfangen“, erläutert KKD-Vorsitzender Matthias Kilian. Wer die Auftritte der Prinzen kennt, weiß, dass dazu sehr viel Aufwand notwendig ist. Die Firedreamdancer der Feuerwehr Heusenstamm beginnen normalerweise im November mit dem Üben für den Auftritt, ergänzt Petra Klein. Aber auch dies ist ja derzeit nicht möglich. Das Programm für die Kappenabende der Brandschützer habe zum 11. November immer festgestanden. Seit 40 Jahren sei sie jetzt schon in der Fastnacht unterwegs, aber das habe sie noch nie erlebt. „Nur 1991 ist mal alles abgesagt worden wegen des Golfkriegs, aber das war sehr viel kurzfristiger“, erinnert sich Kilian.

Hoffnung auf noch größere Motivation

Die Stimmung unter den Aktiven sei nicht schlecht, berichtet er weiter. Die Absage werde bedauert, aber man wolle eher das Beste daraus machen. „Wir bereiten uns jetzt einfach auf die Kampagne 2021/2022 vor.“ So haben Mechtild Kilian-Schädlich und Dieter Heberer, die Sitzungspräsidenten, zum 11.11. eine Gruß-Mail an die Aktiven verschickt, der Vorstand des KKD werde dies an diesem Wochenende ebenfalls tun.

Traurig sei man auch bei der Feuerwehr, fügt Petra Klein an. Aber die Aktiven sehen natürlich ihre besondere Verantwortung, denn gerade die Brandschützer müssen darauf achten, dass sie weiter einsatzbereit sind. Und für die Pfarrgruppe gelte, betont Björn Uhl, dass man mit dem „uns eigenen katholischen Optimismus“ wisse, dass dies alles erforderlich sei: „Wir haben die Hoffnung, dass es dann mit noch größerer Motivation weitergeht und wir für die übernächste Kampagne vielleicht sogar endlich wieder ein Prinzenpaar finden.“ Dennoch, die Fastnacht werde vielen fehlen.

Von Sitzungen per Videokonferenz halten alle drei FKKler nicht viel. „Dabei geht es nicht nur um die Stimmung bei den Zuschauern, die sicherlich nur schwer entstehen kann“, meint Uhl. Vor allem den Aktiven fehle bei einem Vortrag vor einer Kamera die Resonanz des Publikums: „Wenn ich auf der Bühne stehe, dann lebt der Erfolg eines Vortrags doch auch von der Stimmung im Saal.“

Sollte sich die Corona-Situation bis zum Februar verbessern, könnte man zumindest den Rathaussturm noch relativ kurzfristig auf die Beine stellen, vermutet Matthias Kilian. Aber das sei noch weit weg und letztlich auch eine Entscheidung der Stadt. (Claudia Bechthold)

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