Trauerfeier

Abschied von Eva Zeidler

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Eva Zeidler

Heusenstamm - Mit einer bewegenden und sehr persönlichen Trauerfeier haben sich gestern Nachmittag etwa 300 Menschen von der Schauspielerin Eva Zeidler verabschiedet. Von Claudia Bechthold 

Die Heusenstammerin war am Montag im Alter von 85 Jahren den Folgen einer schweren Erkrankung erlegen. Zelebriert wurde die Feier in der Friedhofskapelle von Pfarrer Hermann Rink, der die Familie Zeidler seit mehr als 40 Jahren kannte und sich ihr, wie er selbst sagte, tief verbunden fühlte. „Wir nehmen Abschied von einer besonderen Frau“, formulierte Rink. Er setzte damit ein Zeichen, das auch in den Worten der anderen Trauernden immer wieder zum Ausdruck kam.

Ihr künstlerisches Schaffen habe Heusenstamm geprägt, betonte Bürgermeister Peter Jakoby. Es sei ihr gelungen, in viele Rollen zu schlüpfen und eine große Palette menschlichen Seins zu spielen. Vor allem aber habe sie in Heusenstamm eine kleine, aber feine Kunstszene aufgebaut. Ihre Verbundenheit zur Schlossstadt finde sich zudem in Stücken aus ihrer Feder wieder. „Eva Zeidler war und bleibt ein Stück Heusenstamm. Die Erinnerung an sie ist für uns ein kostbares Geschenk, das wir in Ehren halten werden.“

„Worte sind wie Edelsteine“

„Worte sind wie Edelsteine, jedes einzelne muss geschliffen und poliert werden“, zitierte Markus Rückert, der Vorsitzende des Vereins Kunst & Literatur am Torbau, die Verstorbene. Eva Zeidler habe es auf unglaubliche Weise verstanden, aus jedem Einzelnen ihrer Mitspieler das Maximale herauszuholen, führte Rückert fort. Er selbst hat unzählige Male mit ihr auf der Bühne des Transparenten Theaters und der Heusenstammer Spielleut’ gestanden.

Es sei ihr stets darum gegangen, Theater transparent zu machen, erinnerte Markus Rückert. Den Zuschauer wollte sie hineinziehen - nicht nur in das Stück, sondern in die Zeit. Und mit Akribie habe sie für Lesungen Texte, Musik und Überleitungen zusammengestellt. Und immer mit der Stoppuhr: „Wir sind zu lang, da muss noch etwas weg“, das habe er sie oft sagen gehört. Sie habe Rahmenhandlungen geschrieben und eigene Stücke wie „Neulich bei den Schönborns“ im Jahr 1983 oder „Durchs Fenster der Geschichte“ zur 775-Jahr-Feier und, ergänzt, noch einmal zur 800-Jahr-Feier. „Es ging ihr dabei nie um populäres Theater, auch nie um belehrendes Theater. Es ging ihr um Romantik, um Freude am Spielen, um das Miteinander.“

Sabine Richter-Rauch erinnerte an jene Eva Zeidler, die als Zeitzeugin Erlebtes weitergab. Mit einem Lied aus dem Stück „Der Weltuntergang“ von Jura Soyfer verabschiedeten sich die Mitspieler des Transparenten Theaters und der Spielleut’ von Eva Zeidler, bevor am Ende die Söhne noch einmal sehr persönliche Worte an ihre Mutter richteten.

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