Andrea Müller-Lehnhardt und Daniela Wagner

Abschied von Kirchenmäusen

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Am Ende ihres letzten Aktionstages fiel nicht nur Daniela Wagner und Andrea Müller-Lehnhardt der Abschied von den Kirchenmäusen richtig schwer.

Heusenstamm - Mehr als zehn Jahre lang haben Andrea Müller-Lehnhardt und Daniela Wagner Grundschulkindern regelmäßig den Kirchenmäuse-Aktionstag der Evangelischen Kirchengemeinde angeboten – mit Erfolg. Jetzt geben die beiden Frauen diese Aufgabe ab. Von Yagmur Tipi 

Vier Mal im Jahr hieß es „Kirchenmäuse-Aktionstag“, vier Mal im Jahr haben Andrea Müller-Lehnhardt und Daniela Wagner ein fast tagefüllendes Programm für Grundschulkinder zusammengestellt. Elf Jahre lang veranstaltete das Duo diese Treffen im Gemeindehaus der evangelischen Kirche an der Leibnizstraße. Am Samstag haben sich die beiden Frauen verabschiedet.

Nach den Jahreszeiten und den kirchlichen Feiertagen haben sie ihre Aktionstage ausgerichtet. Und eine große Portion Herzblut, Freude und Begeisterung in das Projekt gesteckt. Diese Gefühle konnten sie stets auch den Kindern vermitteln, die immer zahlreicher erschienen.

In elf Jahren passiert viel: Aus Kindern werden Jugendliche und junge Heranwachsende, aus Spielkameraden beste Freunde. Andrea Müller-Lehnhardt schwärmt: „Es lief immer alles sehr ruhig ab. Die Kinder waren stets sehr interessiert am Basteln. Es war einfach schön!“ Manche Kinder konnten sie dabei begleiten, wie sie zu jungen Leuten wurden. „Das ist wirklich etwas Wunderbares.“ Einige Kinder waren bis zu sechs Jahre lang bei allen Aktionstagen dabei.

Als Daniela Wagner und Andrea Müller-Lehnhardt im vergangenen Jahr ihr Zehnjähriges feierten, besuchten sogar etliche Ehemalige den Aktionstag und schwelgten mit ihren Betreuerinnen in Erinnerungen. „Es war wundervoll, dass Ehemalige später sogar als Konfirmanden zurück kamen, um den Kirchenmäuse-Aktionstag aktiv zu unterstützen“, betont Wagner.

Besondere Höhepunkte habe es in all der Zeit zu viele gegeben, um einen davon hervorzuheben. Viele wunderbare Momente habe es stets an den Aktionstagen um Ostern und Weihnachten herum gegeben. Vor Ostern zum Beispiel habe man mit den Kindern Eier bemalt oder Osterhasen gebastelt. Während der Mittagspause sei dann eine der Betreuerinnen verschwunden und habe Ostereier versteckt, die die Kirchenmäuse dann suchen durften. „Die Freude bei den Kindern war immer sehr groß; und das hat uns natürlich auch gefreut“, berichtet Daniela Wagner. An Weihnachten habe man gemeinsam Plätzchen gebacken, die anschließend genüsslich verzehrt werden durften, während die Kinder der Weihnachtsgeschichte lauschten.

Die kirchlichen Feiertage wurden bei den Aktionstagen neben dem ganzen Bastelspaß immer thematisiert. „Und auch die Fahrten zum Kinderkirchentag waren für uns alle immer ein tolles Erlebnis“, erinnert sich Andrea Müller-Lehnhardt.

„In den elf Jahren musste kein einziger Aktionstag abgesagt werden“, versichert Daniela Wagner stolz. Das Duo zog die Veranstaltungen immer durch und sorgte immer für leuchtende Augen und eine Menge Kicheralarm. „Die Kinder sind sehr ruhig und wissen genau, dass auch wieder aufgeräumt werden muss“, ergänzt Müller-Lehnhardt mit einem Zwinkern.

In der Vorbereitung zu den Aktionstagen sind die Aufgaben klar verteilt. Daniela Wagner, die aus Offenbach kommt, ist der „Kopf“ des Duos und kümmert sich um das Schriftliche und das Organisatorische. Andrea Müller-Lehnhardt aus Heusenstamm ist die „Kreative“, die mit viel Fingerfertigkeit und Geschick die Kinder beim Basteln unterstützt. Gemeinsam erarbeiteten sie sich das Konzept. In all den Jahren sei es nie zum Streit gekommen, versichern sie beide. Da auch das beste Team ab und zu Hilfe benötigt, wurden die Frauen in all den Jahren von Heidi Walther unterstützt.

Und doch hören sie nun auf: Irgendwann sei es immer so weit. Man verabschiede sich mit einem lachenden und einem weinenden Herz. Dennoch, es sei auch mal an der Zeit, dass neue junge Köpfe die Herausforderung dieses Projekts annehmen. Nachfolger werden allerdings momentan noch gesucht.

Zum Abschied verleihen Pfarrerin Tanja Sacher und die Vorsitzende des Kinder-und Jugendausschusses der evangelischen Gemeinde, Elke John, den beiden Frauen eine Ehrenurkunde. Dazu gab es Blumen und ein kleines Präsent. „Vielen herzlichen Dank für dieses Engagement“, richtet die Pfarrerin das Wort an die Betreuerinnen. Und John ergänzt: „Wo die eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Vielleicht dürfen wir Sie ja bald bei anderer Gelegenheit und in neuen Aufgaben wiedersehen“, ergänzte John. Andrea und Dani, wie die Kindern sie nennen, sind sich einig: Es war eine wunderbare Zeit.

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