„Anstrengend, aber ganz toll“

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Zu immer wieder neuen Figuren formierten sich die jungen Artisten des „Zirkus Marrante“. Mit großer Konzentration und noch mehr Spaß an der Bewegung und am Gelingen der Übungen gestalteten 60 Kinder und ein Dutzend Betreuer die Abschlussfeier der gemeinsamen Ferienspiele Obertshausen-Heusenstamm.

Obertshausen/Heusenstamm - Der Zirkus hat nichts von seinem Zauber verloren. Immer wieder stehen die Artisten mit einem Kribbeln im Bauch im Rampenlicht, konzentrieren sich intensiv und geben ihr Bestes. Von Michael Prochnow

Das war auch bei den jungen Jongleuren, Magiern, Clowns und Akrobaten in der Mehrzweckhalle an der Waldstraße in Obertshausen so. Dort hatten am Samstag 60 Kinder und ein Dutzend Betreuerinnen und Betreuer von den Jugendförderungen in Heusenstamm und in Obertshausen ihre Zelte aufgeschlagen.

Paula nimmt den knallroten Pezziball ins Visier, der fast so groß ist wie die Neunjährige selbst. Sie schwingt sich an den Händen ihrer Betreuerin auf das rollende Monstrum und trippelt barfuß auf der Gummi-Oberfläche. Geschickt rudert das Mädchen mit den Armen und hält so nicht nur die Balance, sondern bewegt sich auch einige Meter auf dem Rund über den Bühnenboden. Bevor sie ins Straucheln gerät, verlässt sie mit einem eleganten Sprung das wacklige Gerät.

Auch ihre Kameraden sind ganz bei der Sache, schleudern vom Ball aus Tücher oder Stöcke in die Höhe und fangen sie wieder auf, jonglieren mit kleinen, weichen Bällen und wandern über mehrere der Sportgeräte. Einen guten Gleichgewichtssinn erfordert auch das Wandeln über schmale Stege und dicke Seile. Die kleinen Künstler klettern dabei durch Hula-Hoop-Reifen oder über Schüler, die sich über den Draht kauern.

Bilder von der Aufführung

Kinderzirkus bei den Ferienspielen

Kinderzirkus bei den Ferienspielen der Städte Obertshausen und Heusenstamm
Kinderzirkus bei den Ferienspielen der Städte Obertshausen und Heusenstamm
Kinderzirkus bei den Ferienspielen der Städte Obertshausen und Heusenstamm
Kinderzirkus bei den Ferienspielen der Städte Obertshausen und Heusenstamm
Kinderzirkus bei den Ferienspielen

Bereits zum sechsten Mal haben die kommunalen Sozialarbeiter und Erzieherinnen gemeinsame Ferienspiele in beiden Städten organisiert. Genauso oft waren Daniel de Groot und Hagen Büchner dabei. Der Pädagoge und der staatlich geprüfte Artist haben die Firma Rolls Toys gegründet, mit der sie eigene Shows geben, aber auch den Nachwuchs für die Bewegungsangebote gewinnen. Jeder der mehr als 30 jungen Schlossstädter und der gut zwei Dutzend Obertshausener probierte während der zweiten Ferienwoche mehrere Disziplinen aus und entschied sich dann für eine oder zwei.

Die Mädchen mögen meist das Grazile, Kreative, bilden Menschenpyramiden und engagieren sich in der Tanzgruppe, die mit Ballettübungen beginnt und bei stampfenden Schritten zum harten Techno endet. Jungs albern gern im Clownskostüm oder führen die Zuschauer mit dem Zauberstab hinters Licht. Mit dem Mikro in der Hand können sie sich als Moderatoren empfehlen, führen mit viel Phantasie und wenigen Worten durchs Programm. Schülerinnen wie Schüler der zweiten bis siebten Klasse bewähren sich auf dem Einrad, schleudern das Diabolo in die Höhe und fangen es wieder auf oder suchen auf losen Wippen das Gleichgewicht.

„Es war anstrengend, aber ganz toll“, resümiert Daniel Kettler von der Obertshausener Jugendförderung das Ensemble. Den acht Betreuern, „ein eingespieltes Team“, danken er und seine Heusenstammer Kollegin Andrea Filsinger mit Anti-Rutsch-Socken.

Professionelle Licht- und Tontechnik

„Für den nächsten Zirkus“, versuchen sie, die Kollegen festzunageln. Auch das Rolls-Toys-Duo ist voll des Lobes: „Es ist eine motivierte Gruppe, mit der man Vieles machen kann.“ Damit meint Hagen die Qualifikationen mehrerer Mitarbeiter, die des Öfteren die rote Clownsnase aufsetzen oder Erfahrungen als Sporttrainer mitbringen. Er und Daniel erhalten zum Abschied zwei große Plastikkisten mit den Autogrammen aller Teilnehmer drauf. Die 60 Kinder nehmen eine große Portion Selbstvertrauen mit nach Hause.

Dazu haben auch die professionelle Licht- und Tontechnik verholfen, die den Nachwuchs nicht nur sicht- und hörbar machen. Der Aufwand wirkt auch als Wertschätzung gegenüber den Kindern und ihrem Mut, alles zu probieren und nicht aufzugeben, wenn eine Übung mal nicht gleich klappt. So machte der „Zirkus Marrante“ seinem Namen alle Ehre und war im Wortsinn eine lustige Vorstellung.

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