Willkommene Nostalgie

Reichwein-Gymnasium lädt zum Jubiläum alle Ehemaligen ein

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Die alten Klassenkameraden von damals auf Bildern suchen und sich danach am besten gleich noch mit ihnen unterhalten: Wie ist es dir ergangen? Was treibst du so? Viele Fragen, die beim Ehemaligentreffen des Adolf-Reichwein-Gymnasiums sicherlich geklärt worden sind.

Heusenstamm -  Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums organisierte das Adolf-Reichwein-Gymnasium (ARG) ein großes Ehemaligen-Treffen sämtlicher Jahrgänge. Von Annalena Barnickel

Die Schule ist die schönste Zeit im Leben. Diesen Satz hört man als Schüler ziemlich oft und meistens hat man dafür nicht mehr als ein genervtes Kopfschütteln übrig. Schule? Schön? Bei den vielen Fächern, Klausuren und schwierigen Lehrern? Doch sobald man dann aus dem Kasten raus ist, macht sich Schwermut breit. Vielleicht war die Schulzeit doch gar nicht schlecht? Es gibt so viele lustige Momente, so viele Anekdoten zu erzählen.

Aber noch schöner ist es doch, die ehemaligen Klassenkameraden nach vielen Jahren wieder zu sehen, sich darüber auszutauschen, was der andere so treibt. Es ist laut, es ist bunt, es ist voll – auf dem großen Pausenhof des Reichwein-Gymnasiums tummeln sich Menschen der verschiedenen Generationen – doch eines haben sie alle gemein: Sie haben an dieser Schule ihr Abitur, ihre Reifeprüfung, abgelegt. Ob das jetzt fünf, zehn oder über 30 Jahre her ist, spielt dabei keine Rolle. „Es ist eine Stätte der Begegnung“, freut sich Schulleiter Siegfried Ritter, während er entspannt lächelnd auf die Massen blickt, „und eine Möglichkeit des Austauschs, der nicht an Altersklassen gebunden ist.“

Für das Programm sorgen die ehemalige Schülerband „Tobasco“ sowie die Bilderausstellung der Künstlerin Valentina Kvesic. Geht man in den großen C-Bau der Schule, eigentlich der Ort der Naturwissenschaften, stolpert man über eine Bilderchronik, die in einem der Räume liebevoll zusammengestellt ist. Ein riesiger Haufen alter und neuer Klassenfotos, mehrere Pinnwände mit Zeitungsartikeln über das ARG – manche noch in schwarz-weiß, manche in Farbe. An einer anderen Wand findet der Besucher Steckbriefe ehemaliger Lehrerinnen und Lehrer, ehemaliger Schülerinnen und Schüler.

Die schönsten Abi-Plakate in unserer Region: Bilder

Die ehemalige Schülerband „Tobasco“ ist einer der Programmpunkte der Feier.

Nostalgie ist das Wort der Stunde. „O guck mal da!“ „Nein, das war meine Lieblingslehrerin!“ „Nee oder? Der ist jetzt in Rente?“ Deutlich ist: Es hat sich ziemlich viel verändert über die Jahre. Nicht nur die Menschen, sondern auch das Auftreten der Schule. „Also zu unserer Zeit gab es dieses Gebäude da noch nicht“, lacht Dietmar Widlewski, Abiturjahrgang 1974, und zeigt auf den C-Bau. „Am Anfang wurden wir auch noch nicht hier unterrichtet, sondern in der Realschule gegenüber“, ergänzt Werner Drognitz, selber Jahrgang, „und in Holzbaracken haben wir auch schon einige Schulstunden verbracht.“ Denn obwohl die Schule schon 1966 ihren Betrieb aufnahm, offiziell eröffnet wurde sie erst 1970. „Was früher auch noch anders war: Es gab überhaupt keine Abiturabschlussfeier“, schmunzelt Ingrid Klein. „Als wir 1974 unser Abitur bestanden haben, mussten wir das Zeugnis ganz unfeierlich einzeln im Sekretariat abholen.“ Heute sei das viel schöner. „Das sollten wir eigentlich nachholen.“

Veränderungen sind wichtig, so bleibt die Schule ständig im Wandel und in der Zeit. Seit Dezember 2016 trägt das ARG zusätzlich den Titel: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Ein Auftakt zur Organisation von Aktionen und Projekten, die alle unter einem Motto stehen: „Gegen jede Art von Diskriminierung!“ Angesichts dieses Engagements bekommt der alte Spruch: „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“, wieder ein Fünkchen Wahrheit…

Bilder: Abschlussfeier der Adolf-Reichwein-Schule in Heusenstamm

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