50-jähriges Bestehen

Festakt an Adolf-Reichwein-Schule

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In den 50 Jahren ihres Daseins hat sich für die Adolf-Reichwein-Schule extrem viel getan. Nicht nur pädagogisch. Beim Festakt zum Jubiläum berichten ehemalige und aktuelle Schüler aus ihrem Alltag. Und der Kreis legt noch ein bisschen Geld dazu. Kleiner Querschnitt aus 50 ARS-Jahren: akademische Feier zum Schuljubiläum.

Heusenstamm - In den 50 Jahren ihres Daseins hat sich für die Adolf-Reichwein-Schule extrem viel getan. Nicht nur pädagogisch. Beim Festakt zum Jubiläum berichten ehemalige und aktuelle Schüler aus ihrem Alltag. Und der Kreis legt noch ein bisschen Geld dazu. Von David Heisig 

Der Kreisbeigeordnete Carsten Müller findet: Die Schule war eine tolle Zeit. Wer sich auf Prüfungen vorbereitet oder Stress mit Lehrern hat, würde das so natürlich nicht unterschreiben. Das weiß Müller auch. Also schränkt er beim Festakt zum 50. Geburtstag der Adolf Reichwein-Schule (ARS) ein: „. . . wenn man dann draußen ist. “ Sein Eindruck täuscht aber nicht: An der ARS versteht man sich. Nicht nur, weil gerade ein runder Geburtstag gefeiert wird.

Das betonen auch Sara und Adriana aus der 10. Klasse. Sie berichten zur akademischen Feier aus ihrem Alltag. „Schule ist etwas Ernstes. Es ist aber auch gut, mit den Lehrern Witze zu machen“. Oder über Fußball zu sprechen. „Schüler werden bei uns ernst genommen“, sagt Schulleiter Matthias Lippert. Sie bekämen Verantwortung. Zum Beispiel kochen Schüler für Schüler im Ganztagesangebot. Die Geschichte der Schule ist eine bewegte. Zu Ostern 1965 begann das Schuljahr in den neu erbauten Hallen. Den Namen des Reformpädagogen Reichwein bekam man erst zwei Jahre später.

Viele Ehemalige bei Festakt

„Morning has broken“ von Cat Stevens spielt die Stadtkapelle zur Eröffnung. „Morgen sind für die ARS schon viele angebrochen“, greift Moderator und Lehrer Detlef Reissmann auf. Aber nun stehe allen eine außergewöhnliche Feier bevor. Mit Rückblicken auf die Geschichte eben jener Schultage. Lippert flachst in Anspielung auf die Sonnenfinsternis, es könne ja nur gut werden, „wenn Sonne und Mond ihre Referenz erweisen“. Er ist froh, dass viele Ehemalige gekommen sind, darunter auch der allererste Schulleiter, Karl Schröder.

Lippert freut sich, dass die Schule in gutem baulichem Zustand sei. Müller betont, der Kreis als Schulträger habe in den letzten Jahren eine halbe Milliarde Euro in seine Schulen investiert. Sicherheitshalber hat er aber noch einen kleinen Scheck dabei. Dennoch ist sich Lippert sicher: Was man in der Bildung einspare, fehle in der Zukunft. Daher habe er drei große Wünsche: ausreichende Ressourcen für die Inklusion, also das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Schülern, eine vernünftige Computerausstattung und, bitteschön, den Abbau von Bürokratie.

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Die Festrede hält Josef Lach, einst Landrat und selbst Lehrer. Er berichtet von der soziokulturellen Veränderung in den sechziger Jahren, als Menschen von der Stadt aufs Land zogen. Im Fall der ASR sei eine Haupt- und Realschule mit Förderstufe herausgekommen. Stolz sei man auf die „gelebte Förderstufe“, die Möglichkeit, sich in Klasse fünf und sechs erst einmal zu orientieren. Lach sieht darin aber auch eine Bedrohung für die Schule. Immerhin gäben viele Eltern ihre Kinder ab der 5. Klasse auf ein Gymnasium. Auch seiner Sicht oft die falsche Entscheidung. Werde doch der hohe Leistungsdruck auf dem Gymnasium unterschätzt. Viele kämen dann nach der siebten, achten Klasse auf die Realschule, erzählt Lippert. Hier müsse man wieder aufbauen und psychologische Arbeit leisten.

Der Schulalltag ist ein lebendiger. Stellwände in der Eingangshalle geben darüber Aufschluss. Besonders stolz ist man auf das Ganztagesangebot, die Teestube, die Hausaufgabengruppen im sozialen Netzwerk. Eine besondere musikalische Darbietung ist Vorbote eines weiteren Höhepunkts im Festjahr. Neben Schul- und Sportfest führen die Schüler das Musical „Starlight Express“ auf. Zwei Kostproben gibt es schon mal.

Reissmann erzählt, dass viele Eltern mit der Tatsache haderten, dass ihre Kinder „nur“ auf die Realschule gingen. Er lege ihnen dann tröstend den Arm um die Schulter und betone, dass in drei, vier Jahren die Welt ganz anders aussehe und die Entscheidung richtig gewesen sei.

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