Lernen ja - aber anders

Tag der offenen Tür der Adolf-Reichwein-Schule

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Die Zehntklässler Michelle Schmitt und Gian Paolo Picariello zeigen Jüngeren einen ihrer selbst programmierten Roboter. Der sieht natürlich anders aus als in Science-Fiction-Filmen, ist aber zukunftsträchtiger.

Heusenstamm - Einmal im Jahr gibt Heusenstamms Adolf-Reichwein-Schule Kindern und Eltern Gelegenheit, sich den Alltag an der „Lehranstalt“ näher anzusehen. Das ist nicht nur wichtig, wenn es darum geht, aus der vierten Klasse an eine weiterführende Schule zu gehen. Von Jürgen Roß 

Auch aus anderen Klassenstufen gibt es immer wieder Wechselwünsche. Zum Tag der offenen Tür präsentieren Schüler und Lehrer der Adolf-Reichwein-Schule (ARS), Heusenstamms Haupt- und Realschule mit Förderstufe, ihre Arbeit. In den klassischen Unterrichtsfächern, aber auch in Arbeits- und sogenannten Neigungsgruppen. Schulleiter Wolfgang Lippert ist an diesem Tag der wohl gefragteste Mann. Stets umringt von Kollegen, Schülern und Eltern. Ihm zur Seite stehen einige Zehntklässler, die Gäste über das Schulgelände führen. Acht Touren haben sie sich ausgedacht, um durchaus mit Stolz ihre Schule zu zeigen. Sie werden sie in einem halben Jahr mit dem Abschlusszeugnis verlassen.

Beim Rundgang durch die Klassenzimmer wird schnell klar, dass Schule heute mehr als nur schlichte Wissenvermittlung bieten muss. Kreativität wird ebenso gefordert und gefördert wie soziale Kompetenz. Den Schülern steht eine Vielzahl an Arbeitsgruppen offen, in denen sie ihre Interessensgebiete vertiefen können. Das Repertoire reicht von Töpfern, Kochen und Tanzen bis hin zu Metallarbeiten oder Sprach- und Schreibwerkstätten. Gian Paolo Picariello und Michelle Schmitt sind Zehntklässler. Sie präsentieren an diesem Vormittag den „AK Programmierung“. Klingt gut. Und ist es auch. Sie haben kleine Roboter zusammengebaut und verschiedene Funktionen programmiert. Gian Paolo ist schlicht begeistert von der Technik.

An die ARS-Jahre will er das Fachabitur hängen. Denn über den Kurs hat er seine Leidenschaft für die IT-Branche entdeckt und möchte auch beruflich später einmal programmieren. Schulleiter Lippert ist derweil mit Familie Jäger im Gespräch. Kurz zuvor hat er eine Präsentation über das Schulprofil gezeigt und nun geht es um den Schulwechsel des 14-jährigen Luis. Er besucht derzeit eine Schule in Dieburg und will den anstrengenden Schulweg von Obertshausen aus verkürzen. Einer der Zehntklässler hat der Familie schon das Gelände gezeigt. Jetzt berichtet sie Lippert, dass sie ganz beeindruckt ist. Lippert macht mit den Eltern einen Gesprächstermin aus, bei dem viele Details noch geklärt werden können.

Konrektorin Doris Huber referiert über das Nachmittagsangebot der Schule. Als eine Besonderheit hebt sie hervor, dass man sich hier von der herkömmlichen Hausaufgabenhilfe verabschiedet hat und stattdessen eine „nachmittägliche Lernzeit“, kurz NLZ, anbietet. „Wir konnten die Fachlehrer, die am Vormittag in der Klasse unterrichten, gewinnen, an jeweils einem Nachmittag diese zusätzliche Lernzeit anzubieten“. Aber nicht nur Lernen ist am Nachmittag angesagt. Eine Schülergruppe kocht das Mittagessen. „Mit rund 70 Mahlzeiten jeden Mittag sind wir wohl das größte Restaurant in Heusenstamm“, lacht Huber.

Klassisch und modern: Die besten Spick-Methoden

Die 45 Lehrerinnen und Lehrer an der ARS tragen Verantwortung für rund 490 Schüler, die in 23 Klassen unterrichtet werden. In einigen Fachrichtungen gibt es Kooperationspartner von außen, die das schulische Angebot praktisch erweitern. Die Stadtkapelle Heusenstamm etwa bietet Instrumentalunterricht an, die Schulfeuerwehr weiß sich von der Freiweilligen Feuerwehr unterstützt, das Rote Kreuz hat die Schulsanitäter unter seinen Fittichen. Aber auch IHK und Kreishandwerkskammer, der Discounter Firma Lidl und das Diakonische Werk sind dabei. Schülervertretung, Elternbeirat und Förderverein unterstützen ebenfalls viele der Aktionen und Initiativen der Schule.

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