Ärger um Platz an der Thurn-und-Taxis-Straße

So macht Sport keinen Spaß

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Scherben und Müll machen den Platz an der Thurn-und-Taxis-Straße unansehnlich und unbespielbar.

Heusenstamm - Der Platz an der Thurn-und-Taxis-Straße ist gepflastert, hat zwei fest verankerte Fußballtore mit zerrissenen Netzen, dazu zwei Basketballkörbe, acht Sitzbänke und zwei Tischtennisplatten. Zur sportlichen Betätigung indes lädt er wenig ein. Von Jürgen Roß 

„Hier beim Fußballspielen hinzufallen ist schon sehr schmerzhaft“, sagt der 20-jährige Martin. Zudem entwickele sich die Ballspielanlage Birkeneck“ seit einigen Wochen zum Treffpunkt von Jugendlichen aus dem ganzen Kreis, die dort nachts feiern. „Vor einigen Tagen waren hier rund 80 Leute, die ordentlich gesoffen haben“, berichtet der 18-jährige Niklas. Er ist zusammen mit vier Freunden auf dem Platz, um Fußball zu spielen. „Gestern Abend war die Polizei da, hat ein paar Platzverweise erteilt und dann sind die Leute einfach um die Ecke gegangen und haben mit den leeren Wodkaflaschen geworfen.“ Entsprechend sieht der Platz aus. An Sport ist dort kaum zu denken. Überall liegen Glasscherben, Plastikbecher und Müll. „Gestern hat ein Ball von uns dran glauben müssen“, erzählt ein Jugendlicher und zeigt den aufgeschlitzten Fußball. Ob es ein Messer oder „nur“ die Glasscherben waren, wissen sie nicht.

Dabei haben die fünf angehenden Abiturienten kein Problem damit, dass andere Jugendliche dort feiern wollen. Nur die Lautstärke und der viele Müll, vor allem die Glasscherben ärgern sie. „Für unser Alter fehlt es in Heusenstamm definitiv an Räumen und sinnvollen Angeboten“, beklagen sie. Utopisch anmutende Gedanken haben die fünf nicht. Eher Ideen, wie man einen solchen Platz vor Vandalismus schützen und für Jugendliche attraktiv machen könnte. Sehr schnell zählen sie gelungene Beispiele aus Nachbarorten auf, wo für Jugendliche etwa ein Crossfit-Park entstanden ist, Turniere organisiert wurden oder Veranstaltungen stattgefunden haben. Bei all den Vorschlägen, die Daniel, Levent, Philip, Niklas und Martin aufzählen: Der Zustand, in dem sich der Platz derzeit befindet, ist kaum geeignet.

„Ein rechtsfreier Raum“

Aber nicht nur die fünf Jugendlichen sind von den Problemen rund um diesen Platz betroffen. Auch Anwohner berichten von der Lärmbelästigung und den Gelagen. Ein Anwohner, der die nächtliche „Prozession“ der Jugendlichen durch die Industriestraße in Richtung S-Bahnhof gut beobachten kann, resigniert: „Während an anderen Plätzen Sicherheitsdienste tätig sind und Schallschutzmauern gebaut werden, verlagern sich die Probleme in solche Randgebiete. Wir sind doch hier mittlerweile ein rechtsfreier Raum.“

Die Hinterlassenschaften der nächtlichen Feiern sind keineswegs auf den Platz begrenzt. Auch die Thurn-und-Taxis-Straße, die Heinrich-von-Stephan-Straße sowie einige Grünanlagen und Gärten weisen noch deutliche Spuren der vorangegangenen Nacht auf. Während derweil die fünf Jugendlichen ihren Fußball aufpumpen, hört man von den gegenüberliegenden Parkplätzen laute Musik aus einem Auto. Die Ankündigung der nächsten nächtlichen Party? Es genügt wohl nicht, dass ein Schild am Eingang des Platzes steht, das eine Nutzung nur bis 21 Uhr erlaubt. Und auch nicht, dass vielleicht Anwohner die Polizei rufen, die dann einige Platzverweise ausspricht.

Das Problem alkoholisierter Jugendlicher, die feiern wollen, werde dann nur weiter in angrenzende Wohngebiete verdrängt, meint ein Anwohner. „Vielleicht wäre es ja schon mal gut, wenn der Platz beleuchtet wäre“, schlägt einer der Jugendlichen vor und zeigt auf die Lampen, die am Rand stehen: „Außer den Taschenlampen der Polizisten leuchtet hier nachts nichts.“ Das Phänomen dieser Gruppentreffen ist in Heusenstamm nicht neu. Das wissen auch die Jugendlichen. „Früher haben die am Bahnhof und dann am Toom-Markt gechillt. Jetzt sind sie halt hier hinten.“ Die Polizei bestätigte gestern auf Anfrage, dass es am Freitag zwischen 22 und 23.30 Uhr einen nächtlichen Einsatz an diesem Bolzplatz gegeben habe, bei dem auch Platzverweise ausgesprochen worden seien. Etwa 50 Jugendliche seien angetroffen worden. Die Polizei bittet die Anwohner, nicht zu zögern, ihr erneute Vorfälle sofort zu melden.

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