„Markt der Möglichkeiten“

Anpassung beruflicher Träume

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Lieber jetzt informieren als später klagen - dazu motiviert der „Markt der Möglichkeiten“.

Heusenstamm - Astronaut? Castingshowgewinner? Einfach nur reich und schön? Das Verfallsdatum kindlicher Zukunftsträume läuft ab, wenn die Berufswahl unmittelbar bevorsteht. Für die Abschlussklassen der Heusenstammer Adolf-Reichwein-Schule ist es nun soweit. Von Peter Petrat

Als gute Chance, sich auf die erste große Entscheidung für das Berufsleben vorzubereiten, gilt der „Markt der Möglichkeiten“. Dabei konnten sich die angehenden Absolventen und die Jahrgangsstufe darunter über die vielfältigen Angebote nach ihrem Schulabschluss informieren. Weiterführende Schulen präsentierten sich ebenso wie Ausbildungsbetriebe und sogenannte ausbildungsbegleitende Institutionen.

Es muss also nicht unbedingt gleich ein Job sein. Wie zahlreich die Möglichkeiten tatsächlich sind, erklärten Schulleiter Matthias Lippert und Konrektorin Doris Huber in kurzen Vorträgen. Auch für Hauptschüler mündet der Weg nicht zwangsläufig in eine betriebliche Ausbildung. Über einen qualifizierten Hauptschulabschluss steht ihnen im Idealfall binnen eines Jahres der Realschulabschluss offen. Mit dem können sie dann die Fachhochschulreife und später ein Studium anpeilen.

Jeder hat alle Möglichkeiten

An jedem Punkt ihrer schulischen Laufbahn können sie sich aber auch für eine praktische Arbeit entscheiden - was die Dauer der Ausbildung steigert, aber bereits ein Einkommen mit sich bringt. „So hat jeder alle Möglichkeiten“, betont Schulleiter Lippert. Der Hauptschulzweig sei zwar in Verruf geraten, die Hauptschulabschlüsse der Reichwein-Schule seien aber in der Arbeitswelt anerkannt. Für Realschulabsolventen stehen eine betriebliche Ausbildung, die schulische Berufsausbildung oder das Fachabi offen. Mit einem qualifizierten Realschulabschluss ist sogar Abi drin. Wie wichtig solche Informationen sind, zeigt der große Zuspruch für das Angebot der Berufsberatung an der Schule. Wöchentlich steht Julia Paetzold von der Bundesagentur für Arbeit in der Schule Schülern hilfreich zur Seite.

Und dass auch ein Ausbildungsberuf den Werdegang nicht auf ewig zementieren muss, zeigte sich am Stand der in Heusenstamm ansässigen Autoteilefirma Herth und Buss. Neben zwei dualen Studiengängen und kaufmännischer Ausbildung bietet sie die Ausbildung im Bereich Lagerlogistik an. Vor Ort: Rene Stolle, der mit seinem Hauptschulabschluss Lagerarbeiter geworden ist. Mit seiner Arbeit ist er sehr zufrieden; er lobte Arbeitsklima und Chancen auf Weiterbildung. „Wenn man sich Mühe gibt, kann man auch hier viel erreichen“, versicherte er. Die Weiterbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann kann er dranhängen.

Fachverkäufer und Fleischer

Generell sei es schwer, an Auszubildende zu kommen, erklärte Beate Lindmark, die die Möglichkeiten innerhalb der Toom-Märkte vorstellte. „Die meisten denken, sie hätten noch jede Menge Zeit und warten dann bis auf den letzten Drücker“. Gesucht würden in diesem Bereich besonders die handwerklichen Berufe Fachverkäufer und Fleischer. Nicht nur bei den Kaufleuten werde aber auf die kaufmännische Basis besonderen Wert gelegt, um universell einsetzbar zu sein und weitere Entwicklungschancen zu haben.

Gitta Oesch, Leiterin der Altenpflegeschule in Offenbach, klagte nicht über Nachwuchsmangel. Aber über ein Informationsdefizit. Zu wenig sei über den verantwortungsvollen Beruf des Altenpflegers bekannt. Natürlich gehöre Schichtdienst dazu, aber die Vergütung sei gerade in den Ausbildungsjahren nicht so schlecht wie vermutet. Angeboten werden die einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer und die dreijährige Altenpflegerausbildung, die auch aufeinander aufbauen können.

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