Anspruch auf Spielen und Freizeit

„Fest der Kinderrechte“ zieht viele Besucher auch ohne Luftballons an

Die Kinder und Erwachsenen haben große Freude am „Menschen-Kicker“, bei dem sich die Spieler an den Stangen festhalten.

Mit dem „Fest der Kinderrechte“, erinnern die Kinder- und Jugendeinrichtungen an die inzwischen gesetzlich verankerten Rechte der Jüngsten und Schutzbedürftigen.

Heusenstamm –  Die elfte Ausgabe der Veranstaltung findet diesmal am Bannturm statt. Da das Fest im vergangenem Jahr aufgrund des Wetters abgesagt wurde, haben sich die Verantwortlichen dafür entschieden, das Motto „Für uns steht viel auf dem Spiel“ zu übernehmen. Informations- und Spielstände animieren die Jugendlichen zum Mitmachen und -gestalten, frei nach der Forderung „Kinder haben nicht nur das Recht auf Bildung sondern auch auf Spielen und Freizeit.“

Was in unserem Kulturkreis inzwischen als selbstverständlich gilt, ist erst seit wenigen Jahren gesetzlich verankert. Vor fast 30 Jahren, nämlich am 20. November 1989, wurde die Kinderrechtskonvention ratifiziert und am 20. September 1990 von der UN-Generalversammlung offiziell angenommen. Seitdem verpflichten sich alle Mitglieder zur Einhaltung der Kinderrechte. Die elementaren Grundrechte beinhalten das Überleben, die freie Entwicklung und der Schutz vor Diskriminierung.

Jugendfeuerwehr Rembrücken mit brennendem Haus

Begrüßt werden die zahlreichen Besucher von Bürgermeister Halil Öztas. Der Rathauschef erzählt, dass in Hessen Kinderrechte seit 2018 verfassungsrechtlich verankert sind. „Wenn wir überlegen, dass elementare Grundrechte zum Schutz der Kinder weltweit zu den Standards gehören, dann wurde es Zeit, dass diese nun auch in Hessen festgeschrieben sind.“

Das Recht auf Spielen und Freizeit können die Kinder bereits am Eingang des Festes ausüben: Hier geht es feurig heiß her, denn die Jugendfeuerwehr Rembrücken hat ein brennendes Haus aufgestellt. Mutige Kinder versuchen, unter Anleitung die gemalten Brände zu löschen.

Und auch sonst ist für jeden etwas dabei: Kinderrechte sind ein Thema am Stand vom Hort Kinderburg. Dort müssen die Kinder erraten, welche Rechte – Bildung, Gleichberechtigung, Freiheit – sich hinter einem Foto verstecken. „Die älteren Kinder machen hier richtig gut mit“, sagt Betreuerin Nadine. Am Stand der Schülerhilfe dürfen die Kids ihr Wissen prüfen lassen. Dazu drehen sie an einem Glücksrad – versehen mit Rechenaufgaben oder Fragen zur Allgemeinbildung. Der zwölfjährige Victor muss die Frage „Wie viel ist zweimal 13“ beantworten. Eine leichte Aufgabe für den Jungen.

Stabstelle Integration mit Stadt dabei

Richtig belagert ist der Stand der Ballonica. Hier dürfen die Kinder Sandbilder erstellen. Dass das Luftballonsteigen ausfällt, findet die Besitzerin Barbara Dec-Jakobi sehr schade. „Wir können es einfach nicht verantworten“, sagt sie. „In einer Zeit, wo alle über Umweltschutz und Plastikmüll reden, dürfen wir nicht 400 Luftballons in die Luft steigen lassen und damit vielleicht die Umwelt verschmutzen.“

Dieses Jahr ist die Stabsstelle Integration mit ihrem Stand mit dabei. Dort können die Kinder ihre Wünsche direkt der Integrationsbeauftragten Bärbel Freyer übergeben. Und die lassen sich nicht lange bitten sondern nehmen die Chance gleich wahr: So äußern sie Wünsche wie „Der Bus Nr. 30 soll auch sonntags fahren“, oder „Mehr Verkehrskontrollen vor den Kitas.“

Die Einnahmen aus den Verkäufen gehen an die gemeinnützigen Vereine AKIK (Aktionskomitee Kind im Krankenhaus) und Makista Frankfurt.

" akik.de

" makista.de

VON BURGHARD WITTEKOPF

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