Neue Vorschrift verunsichert Eltern

Ansturm auf Kinderreisepässe im Bürgerbüro

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Reisepass

Heusenstamm - Das Telefon im Bürgerbüro des Schlossrathauses klingelt derzeit deutlich häufiger als sonst. Das ließe sich zunächst mit dem Beginn der Ferienzeit erklären, denn da ist das Interesse an städtischen Dienstleistungen wie Pass oder Ausweis ausstellen ohnehin schon größer als sonst. Von Claudia Bechthold

Doch in diesem Jahr ist der Andrang besonders groß. Und das liegt an den Kinderreisepässen. Seit Dienstag dieser Woche dürfen Kinder ohne eigene Reisedokumente die Grenze nicht mehr passieren – egal in welches Land. Die Eintragung eines Kindes in den Reisepass seiner Eltern ist also nicht mehr gültig. Das geht zurück auf eine europäische Vorgabe. Und nun ist die Unsicherheit groß.

„Jeden Tag rufen uns Eltern an und fragen nach den Vorschriften“, berichtet Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Grundsätzlich gelte, dass für jedes Land ein Kinderreisepass benötigt werde, gleich welches Alter ein Kind hat. Allerdings seien die Vorschriften unterschiedlich streng. So seien die Anforderungen für eine Einreise in die USA natürlich deutlich höher als für die Einreise in ein Land, das sich dem Schengen-Abkommen angeschlossen hat.

Einverständnis beider Erziehungsberechtigten

Verzögerungen gebe es zudem immer wieder, weil für das Ausstellen eines Kinderreisepasses das Einverständnis beider Erziehungsberechtigten vorliegen müsse. Häufig kämen die Mütter mit den Kindern ins Bürgerbüro. Wenn dann keine schriftliche Erlaubnis des Vaters vorliegt, müsste ein neuer Anlauf genommen werden. Die Fotos der Kinder müssen übrigens auch biometrische Anforderungen erfüllen.

Vielen Eltern falle erst jetzt auf, dass sie einen Kinderreisepass für den Nachwuchs benötigen. Deshalb sei der Ansturm aufs Bürgerbüro vor allem nachmittags groß. Und wer in diesen Tagen etwas im Bürgerbüro zu erledigen hat, der sollte Wartezeit einkalkulieren, rät Hajdu.

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