Junger Verein übernimmt Trägerschaft für die Betreuung von 24 Kindern unter drei Jahren

Bewegung im Apfelbäumchen

Heusenstamm - Seit Jahren werden in der Schlossstadt immer wieder neue Plätze zur Kinderbetreuung geschaffen – städtische, konfessionelle und solche unter freier Trägerschaft. Ein ganz junger Verein soll nun eine neue Kita für 24 Kinder unter drei Jahren im Gebäude des ehemaligen Fernmeldezeugamtes übernehmen.  Von Claudia Bechthold

„Apfelbäumchen“ soll die neue Kita heißen, verkündet Nadine Baumann. Die Geschäftsführerin und Vorsitzende des Vereins „Focus für Family“ hat sich gemeinsam mit Manuela Schier am Dienstagabend den Stadtverordneten im Ausschuss für Jugend, Soziales, Sport und Kultur vorgestellt. Der Grund: Dieser Verein soll – voraussichtlich im Sommer – die Trägerschaft für eine Kita im ehemaligen Fernmeldezeugamt an der Philipp-Reis-Straße übernehmen. Die Stadtverordneten hatten sich „nicht mitgenommen“ gefühlt, wie es Oliver Jakoby von der CDU-Fraktion formuliert hat. Sicher entscheide letztlich der Magistrat über die Trägerschaft für eine solche Einrichtung, betonte er, aber es sei doch „unglücklich“, wenn der Fachausschuss erst im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen erfahre, wer die Verantwortung für diese Einrichtung erhalte.

Nadine Baumann, 31 Jahre alt, ist in Heusenstamm aufgewachsen, lebt aber seit knapp zehn Jahren in Frankfurt. Ihre beiden Söhne sind sechs und vier Jahre alt. Die Pädagogin leitet derzeit in Frankfurt eine „Kindertagespflegestelle“ mit fünf Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Im Unterschied zur Tagesmutter würden diese Kinder nicht in deren Domizil, sondern in eigens dazu angemieteten Räumen betreut, erläuterte sie auf Nachfrage.

Manuela Schier, Jahrgang 1964, ist schon länger in der Beratung und Unterstützung freier Träger in der Kinderbetreuung tätig. Sie ist Diplom-Betriebswirtin und hat, wie Nadine Baumann auch, diverse Zusatzausbildungen absolviert.Von 7.30 Uhr bis 16 Uhr sollen die Kleinen im „Apfelbäumchen“ betreut werden. „Wir wollen nichts Vorgefertigtes anbieten, sondern darauf eingehen, was die Kinder brauchen“, betonte Baumann, die die Schwerpunkte auf Musik, Bewegung und „Freilandpädagogik“ legen will. Außerdem plane man, aus der Einrichtung ein kleines Familienzentrum zu machen. Fitness-Kurse für Schwangere etwa könne man machen oder Rückbildungsgymnastik anbieten.

Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas

Bedenken, ihnen fehle Erfahrung, versuchten die beiden Vertreterinnen des 2016 gegründeten Vereins zu zerstreuen. Und auch die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt für Erzieherinnen sei ihnen bekannt. „Wir versuchen zum Beispiel, junge Frauen am Ende ihrer Ausbildung noch während der Schulzeit von unseren Angeboten zu überzeugen“, erläuterte Nadine Baumann.

Kirsten Stanek, Leiterin des zuständigen Fachdienstes, berichtete, der Verein habe schon 2015 Interesse an der Übernahme einer Kita bekundet. Die Frauen seien sehr engagiert und ihr Konzept sei schlüssig.

Rubriklistenbild: © dpa

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