Schüler präsentieren Hip-Hop-Ausstellung

Aquarelle und Riesen-Turnschuhe an der Adolf-Reichwein-Schule

„Verändere dich nicht für andere“ ist die Botschaft, die Katharina Schaefers Puppe in der Hand hält.

Schüler aus fünf Realschulklassen nehmen die Hip-Hop-Kultur unter die Lupe - und finden viele kreative Ansätze für Kunstprojekte.  

Heusenstamm – Katharina Schaefer gab der Figur an der Säule im Foyer der Adolf-Reichwein-Schule eine Botschaft in die Hand: „Verändere dich nicht für andere, hab so viele Kleckse wie du willst!“ Dieser Rat passt wiederum sehr gut zur zweiten Hip-Hop-Ausstellung der Neunt- und Zehntklässler.

Kunstlehrer Jörg Recknagel hat das Projekt nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wiederholt, nahm mit ausgewählten Schülern aus fünf Realschulklassen die Hip-Hop-Kultur unter die Lupe. Die Teenager mussten sich regelrecht für die Aktion bewerben, schildert der Pädagoge. „Es ging mir um Qualität, um Authentizität und Glaubwürdigkeit ihrer Ideen“, definiert er die Anforderungen. „Was du machst, musst du sein“, so verlange es dieses Lebensgefühl. 

Kreativität war gefragt: Für die Teilnahme an der Hip-Hop-Ausstellung mussten sich die Schüler etwas einfallen lassen.

Und die kreativen Köpfe legten ihm „extrem unterschiedliche“ Werke vor. Von der flippigen Puppe, Riesen-Turnschuh, Bonnie-and-Clyde-T-Shirt am modellierten Torso über naive Graffiti-Motive bis zu Radierungen der Konterfeis der Rapper Eminem und Tupac sowie selbst programmierten Computerspielen. Die stellen nun einige Jungs auf Laptops vor. Jaqueline Ertel und Isabell Mannert protestieren mit ihren Aquarellen von Dessous gegen das „riesen Drama“, das beim Anblick der weiblichen Brust gemacht werde. Die Mädchen bewundern die Freizügigkeit der Rapperinnen Nicki Minaj und Cardi B. „Sie zeigen, was sie haben, und geben sich so, wie sie sind.“ Diese Künstlerinnen werden dafür kritisiert, wie sie sich präsentieren, schrieben die Mädchen, „aber die Kritik ist ihre Ermutigung“. Die Schülerinnen finden, „wir dürfen zu unserem Körper stehen und ihn auch preisgeben“.

„Total sexistisch, frauenfeindlich, drogen- und gewaltverherrlichend“, sei die Hip-Hop-Musik, provoziert Recknagel mit Vorurteilen. Im Unterricht habe die Gruppe die Jugendkultur aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, berichtet er. „Es ist egal, wo du herkommst, wie deine Hautfarbe und Religion sind oder wie hoch der Kontoauszug deiner Eltern ist“, sagt er. „Es geht um die Schüler, alle sind wichtig“, meint der Lehrer und verliest die Namen aller Kursteilnehmer.

Schulleiterin Margit Breem erläutert, Hip-Hop sei nicht mehr wegzudenken und fester Bestandteil im Leben der Jugendlichen. Die Ausstellung habe ihre Erwartungen übertroffen. „Die Schüler haben sich selbst eingebracht, sich selbst verwirklicht.“ Der Kollege habe Talente herausgekitzelt, unterstützt vom Sozialpädagogen. (m) 

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