Arbeiten  nach Sturmschäden im Wald

Den Eichen müssen sie weichen

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Eine polnische Fachfirma ist derzeit mit 15 Arbeitern im Wald zwischen Heusenstamm und Offenbach mit Pflegearbeiten beschäftigt.

Heusenstamm - Nach den Stürmen vor 25 Jahren sprießen auch rund um die Schlossstadt Birken, Eschen und Kiefern - zu stark, sagen die Forstleute und fördern langsamere Bäume. Von Jürgen Roß 

Lautes Knattern von Kettensägen ist in diesen Tagen in den Waldstücken rund um Heusenstamm zu hören. Seit mehr als zwei Wochen sind Arbeiter dabei, den Forst zu pflegen. Ziel der Arbeiten ist es, vor allem den Bestand an Eichen zu stärken und schneller wachsende Birken, Eschen und Kiefern zu beseitigen. Mit 15 Arbeitern ist die polnische Firma Stopka am Werk. Die Männer arbeiten sich zügig durch das Dickicht und fällen die vom Revierförster markierten Bäumchen. Die Arbeit im Unterholz kann nicht maschinell erfolgen und erfordert von den Arbeitern einen hohen körperlichen Einsatz und großes Geschick im Umgang mit der Kettensäge. „Wir arbeiten nach den Vorgaben der Europäischen Union und sind ein zertifiziertes Unternehmen“, erklärt Adam Majewski stolz. Dazu gehören nicht nur die Arbeitssicherheit und das Know-How der Arbeiter, sondern auch Vorgaben. So dürfe zum Beispiel nur Bioöl in den Kettensägen verwendet werden. Majewski ist Chef der Arbeiter und studierter Forstwirt. Er kennt zahlreiche Forstgebiete Europas und erläutert sehr detailliert, wie wichtig diese Pflegearbeiten im Wald sind.

„Mindestens alle zehn Jahre muss ein Wald richtig durchforstet werden, damit langsam wachsende Baumarten wie die Eiche nicht von anderen Sorten verdrängt werden.“ Dem jungen Mann merkt man die Begeisterung und die Leidenschaft für seinen Beruf an. Neben der Durchforstung werden auch sogenannte Rückegassen eingerichtet, die für die spätere Bewirtschaftung und Baumernte notwendig sind. „Diese Gassen werden im Abstand von 20 Metern angelegt“, erläutert Michael Löber vom Forstamt Langen, in dessen Zuständigkeitsbereich die Arbeiten fallen. Für diese Maßnahmen steht den Forstarbeitern auch schweres Gerät zur Verfügung, mit dem sie dickere Baumstämme aus dem Wald transportieren können. Die Orkane Vivian und Wiebke im Winter und Frühjahr 1990 haben in den Waldgebieten rund um Heusenstamm schwere Schäden angerichtet. Nach den Stürmen mussten weite Teile neu aufgeforstet werden. Diese jungen Wälder gilt es nun zu kultivieren. Denn neben den gepflanzten Eichen sind durch natürlichen Anflug auch Birken, Eschen und Kiefern mächtig in die Höhe geschossen. „Wir wollen keinen reinen Kiefernwald mehr, sondern sind bestrebt, die Laubhölzer und vor allem die Eiche zu stärken“, erklärt Löber.

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Die Kritik, dass es in den Waldgebieten während der Arbeiten wüst aussieht, ist ihm bekannt. „Spätestens im kommenden Jahr wird man sehen, wie wichtig diese Pflegearbeit ist“. Drei Wochen haben die Arbeiter aus Polen Zeit, die Waldgebiete rund um Heusenstamm zu durchforsten, bevor sie dann erst einmal zurück in ihre Heimat fahren und den wohlverdienten Urlaub genießen, verrät Majewski. Im Offenbacher Forst ist dann erst einmal wieder Ruhe, bis im Spätherbst die Erntearbeiten beginnen.

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