„Auch Heusenstamm wird Kredite aufnehmen müssen“

Der Europa-Abgeordnete Dr. Wolf Klinz (links), Gastredner beim gestrigen Neujahrsempfang der Heusenstammer FDP, im Gespräch mit dem Ortsvorsitzenden Uwe Klein (Mitte) und dem Fraktionsvorsitzenden Dr. Rolf Bollinger (rechts). Foto: Bechthold

Heusenstamm - Mahnung und Zuversicht beim Neujahrsempfang der Schlossstädter Liberalen

Mit sinkenden Einnahmen werde man auch für den Haushalt der Stadt Heusenstamm rechnen müssen, mahnte der FDP-Vorsitzende und Landtagskandidat Uwe Klein gestern während des Neujahrsempfangs seiner Partei im Hinteren Schlösschen. Denn das Jahr 2009 werde von der Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt sein, eben auch mit Auswirkungen für die Schlossstadt. „Auch Heusenstamm wird auf Sicht nicht um Kreditaufnahmen herumkommen“, meinte Klein. Daher sei es wichtig, bei den Ausgaben Prioritäten zu setzen.

Zuvor hatte der Liberalen-Chef noch einmal seine Freude über das Heusenstammer Ergebnis bei der Landtagswahl vor einer Woche zum Ausdruck gebracht. Dabei hob er neben den erreichten 20,7 Prozent für die Schlossstadt insgesamt auch das Einzelergebnis aus Rembrücken hervor, wo die FDP einen Stimmenanteil 27,3 Prozent errungen hatte. Allerdings sei es im Nachhinein etwas schade, dass er sich nicht um einen anderen Platz auf der Landesliste bemüht habe. Bisher sei es gleich gewesen, ob man auf Platz 50 oder Platz 20 stand, denn eine Chance zum Einzug in den Landtag habe man auf beiden Plätzen nicht gehabt. Und mit solch einem Ergebnis habe man nicht gerechnet. Jetzt werde er mit Schmunzeln gefragt, wie viel Prozent der Stimmen er denn noch benötige, um in den Landtag einziehen zu können.

Auch der Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Heusenstammer Stadtverordnetenversammlung, Dr. Rolf Bollinger, warnte in seiner Ansprache zum neuen Jahr kurz vor den zu erwartenden Folgen der Finanzkrise für die Schlossstadt. Der Etat für die Stadt, der in dieser Woche vom Ersten Stadtrat Uwe Michael Hajdu vorgestellt werden wird, werde zeigen, dass auch eine finanziell gesunde Kommune nicht von der Krise verschont bleiben werde. Bollinger versprach, dass die Freidemokraten ihre konstruktive, nicht an einer bestimmten Klientel orientierte Politik im Schlossrathaus fortsetzen werde.

„Die Europäische Union vor großen Herausforderungen“ lautete das Thema, das Gastredner Dr. Wolf Klinz, Mitglied des Europäischen Parlaments für die FDP, für seine Ansprache gewählt hatte. Dabei ging er auch auf die Ursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise ein, die er unter anderem im Versagen des Staates USA sieht. Um den sozialpolitischen Traum zu verwirklichen, dass sich jeder Amerikaner ein Haus müsse leisten können, habe der Staat die Banken animiert, Kredite zu vergeben.

Staatsversagen habe man aber auch in Europa registrieren müssen, wo die Bankenaufsicht nicht überall so funktioniert habe, wie man sich das gewünscht hätte. Dies gelte es nun so zu organisieren, dass sich solches nicht wiederhole. Gleichzeitig sprach sich der FDP-Politiker aber auch dafür aus, „investitionshemmende Hürden“ in Deutschland abzubauen. „Dies wäre das beste Konjukturprogramm“, sagte Klinz.

Für den musikalischen Rahmen des Empfangs war einmal mehr der Pianist und Pädagoge Wolfgang Löll zuständig. Er nutzte die Chance, um seine Sorge zur Schulpolitik zum Ausdruck zu bringen: „Ich fürchte, es wird immer noch viel Kreativität erstickt durch die hohe Belastung der Schüler vor allem in den unteren Klassen.“ Löll spielte unter anderem einen Walzer aus seiner „Suite für Grace Kelly“.

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