Leiterin Petra Beißel hat noch viel vor

Familienbüro feiert zehnjähriges Bestehen 

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Am Anfang war Petra Beißel mit ihrem Familienbüro noch in der Patershäuser Straße 38 untergebracht. Seit 2010 hat sie ihren Platz im Rathaus und bemüht sich dort um Frauen, Kinder und Familien.

Heusenstamm - Vor zehn Jahren hat das Familienbüro in der Schlossstadt seine Arbeit aufgenommen. Leiterin Petra Beißel zieht Bilanz und verrät, was ihr weiterhin besonders am Herzen liegt. Von Lena Jochum 

Petra Beißel hat viel zu tun. Bis zum großen Aktionstag, mit dem das Familienbüro am Sonntag sein zehnjähriges Bestehen feiert, ist nur noch wenig Zeit. „Und weil ich alleine bin, muss ich auch alles selbst organisieren“, sagt sie. Seitdem die Stadt 2008 eine Anlaufstelle für Familien geschaffen hat, ist auch Petra Beißel im Einsatz. Von Anfang an alleine. Nichtsdestotrotz hat sie in dieser Zeit eine ganze Menge geschafft. Das fällt auch ihr auf, als sie die vergangenen Jahre revue passieren lässt. Nachdem die frischgebackene Familienbeauftragte ihr erstes Büro in der Patershäuser 38 bezogen hatte, widmete sie sich einem der auch heute noch zentralen Themen ihrer Arbeit: der Kindertagespflege. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren durch Tagesmütter und -väter sollte vorangetrieben werden. „Das war mitunter die Motivation, meine Stelle überhaupt zu schaffen“, erzählt Petra Beißel.

„2008 hatten wir sechs Tagesmütter mit 22 Betreuungsplätzen in Heusenstamm, heute sind es 13. Und die nehmen bis zu 47 Kinder auf.“ Zahlen, auf die die Leiterin des Familienbüros stolz ist. „Ziemlich schnell kamen dann auch junge Mütter auf mich zu“, erinnert sich Petra Beißel. Die wünschten sich einen Treff, um mit anderen Frauen und deren Babys in Kontakt zu kommen und sich untereinander auszutauschen. Die Familienbeauftragte sagte ihre Unterstützung zu. „So arbeite ich: Wenn ich sehe, dass es einen Bedarf gibt, versuche ich das umzusetzen.“ Und das tat sie auch in diesem Fall und rief einen Babytreff ins Leben. 2010 fand der erste statt, vor Kurzem startete die 20. Gruppe mit ihren regelmäßigen Zusammenkünften. Immer lädt Beißel Referentinnen zu den Treffen ein, die über wichtige Themen für Mutter und Kind sprechen. Es geht aber auch und vor allem ums gegenseitige Kennenlernen. „Die Kinder, die sich damals im ersten Babytreff kennengelernt haben, sind heute noch befreundet.“ Darüber freut sich die Familienbeauftragte.

Zum Jubiläum gibt’s natürlich neue Flyer. „Diesmal ist ein Kind drauf, das ich kenne“, sagt Petra Beißel.

Ebenfalls im Jahr 2010 ging es für Petra Beißels Familienbüro dann in die heutigen Räume im Rathaus. Zum neuen Arbeitsplatz gab es dann auch gleich noch einen weiteren Arbeitsauftrag. Seitdem ist sie nicht mehr bloß Familien- sondern auch Frauenbeauftragte. „Das ergänzt sich sehr gut“, findet sie. Heute berät Beißel nicht ausschließlich Mütter und Väter und Kinder, gibt Tipps zu Betreuung und Erziehung. Sie schafft auch Angebote speziell für Frauen, hilft in schwierigen Trennungssituationen, vermittelt an die richtigen Institutionen. Manchmal seien es schwere Themen, mit denen sie zu tun hat, sagt Petra Beißel. „Aber es ist trotzdem schön, zu sehen, dass sich etwas entwickelt und ändert.“

Ob es etwas gibt, was sie nicht geschafft hat umzusetzen? Ja. „Ich hätte gerne ein Familienzentrum aufgebaut, in dem alle Kurse und Angebote unter einem Dach Platz finden.“ Das bedauert die Familienbeauftragte, hofft aber, dass es ihr in naher Zukunft gelingt. In einem solchen Zentrum könnten sich Mütter und Tagesmütter treffen, es gäbe Platz für Sprachkurse und Infoabende.

„Die Gruppen wären gut versorgt, müssten nicht immer hoffen, dass ich einen Raum für sie finde“, sagt Petra Beißel. Eine andere große Baustelle bleibt die Kindertagespflege. „Die muss anders wahrgenommen werden, nicht nur als Notlösung“, wünscht sich die Familienbeauftragte. Es gebe immer noch viele Vorbehalte. Um die aus dem Weg zu räumen, feiert Petra Beißel das Familienbüro-Jubiläum mit einem Aktionstag am morgigen Sonntag, an dem sich alles um Tagesmütter und -väter dreht, um Vorteile und Möglichkeiten. Los geht es um 11.30 Uhr im Saal für Vereine (Rembrücker Straße 2-4).

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