Schachclub Heusenstamm spielt in der Bundesliga und sucht Sponsoren

Aufstieg mit nur einem halben Punkt

Sie sind stolz auf den Aufstieg in die erste Bundesliga: die erste Mannschaft des Schachclubs Heusenstamm mit ihrem Kapitän und Vereinsvorsitzenden Rudolf Benninger (rechts).
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Sie sind stolz auf den Aufstieg in die erste Bundesliga: die erste Mannschaft des Schachclubs Heusenstamm mit ihrem Kapitän und Vereinsvorsitzenden Rudolf Benninger (rechts).

Es war denkbar knapp: Mit nur einem halben Punkt Vorsprung ist dem Schachclub (SC) Heusenstamm jetzt der Aufstieg in die erste Bundesliga gelungen. Das ist ein Riesenerfolg, freut sich Rudolf Benninger, Vorsitzender des SC seit weit mehr als 20 Jahren.

Heusenstamm – Schon der Aufstieg in die zweite Bundesliga Süd im Jahr 2016 war eine enorme Leistung für den eher kleinen Verein, der die Räume im Haus Eisenbahnstraße 11 für das Training und bisher auch für Turniere nutzt. „Das wird in der Bundesliga nicht mehr gehen“, sagt Benninger. Doch die Meisterschaft in der zweiten Liga und damit der Aufstieg in die höchste Klasse auf Bundesebene krönt die jahrelange Arbeit des Vereins.

Im dritten Anlauf gelingt der Schritt in die erste Liga

Eineinhalb Jahre mussten die Spieler der ersten Mannschaft auf die letzten Wettkämpfe der Saison warten. Wegen der Pandemie waren bundesweit alle Mannschaftskämpfe im Schach ausgesetzt worden. Erst jetzt konnten die letzten Runden der Doppel-Saison 2019/2021 zu Ende gespielt werden.

Noch vor sieben Jahren war Heusenstamms Schachclub nur regional in Hessen vertreten, berichtet Rudolf Benninger mit Stolz. Als im Jahr 2014 der Aufstieg von der Hessenliga in die Oberliga gelang, verstärkte sich der SC durch mehrere junge Spieler, die mittlerweile die Titel „Internationale Großmeister“ erringen konnten. Das können in Hessen nur wenige Spieler vorweisen, betont der Vorsitzende. Mit dem Aufstieg in die zweite Liga gelang es dem Club, weitere starkejunge europäische Spieler zu gewinnen, mit denen nun im dritten Anlauf der Schritt in die erste Liga gelungen ist. Einige der ursprünglichen Mitglieder des Teams, die dazu beigetragen haben, spielen inzwischen nur noch gelegentlich und ersatzweise in der ersten Mannschaft. Dazu zählen hochrangige Spieler wie Klaus Klundt, Stefan Solonar, Igor Zuyev, Gleb Voropaev und Wladimir Rapoport sowie die tragenden Mannschaftsspieler Roland Schreiner, Simon Prudlo, Marijn Otte, Safet Hoti, Arvid von Rahden und Mannschaftskapitän Rudolf Benninger.

Club braucht Verstärkung

Letztere stehen mit dem zweiten SC-Team vor dem Aufstieg in die höchste hessische Spielklasse, die Hessenliga. „Die Stärke unserer zweiten Mannschaft bietet die Gewähr, immer adäquaten Ersatz für die erste Mannschaft zu haben“, betont Benninger: „Auch junge Spieler wie Christian Gompf, Brian Mügendt, Benedikt Westhof, Boris Senatov, Hermann Edenhäuser, Maxim Kuchta, Erik Keller, Jakob Basoglu und Ali Baran Yilmaz haben entscheidend zu den kontinuierlichen Aufstiegen unserer Mannschaften beigetragen.“ Dazu komme die erfolgreiche Jugendarbeit des Clubs etwa mit Sabrina Grebe, Merve Culha, Vivien Paschedag und Sophie Milman, die sich mit zehn Jahren für die deutschen U12-Jugendmeisterschaften in Willingen (Sauerland) qualifizieren konnte.

Großen Anteil am Aufstieg habe zudem der aus Offenbach stammende mehrfache deutsche Jugendmeister Hagen Pötsch, der inzwischen auch „Internationaler Großmeister“ ist.

Doch die Freude über die Chance, nun im Kreis der 16 besten Mannschaften in Deutschland um den Titel „Deutscher Mannschaftsmeister“ mitzuspielen, wird auch ein wenig getrübt. „Ohne gravierende Verstärkung des Teams müssen unsere Chancen in der ersten Bundesliga als eher gering eingeschätzt werden“, gibt Rudolf Benninger zu bedenken. Man müsse weitere starke Großmeister für den Verein gewinnen.

Und nicht nur aus diesem Grund sucht der Heusenstammer Schachclub weitere Sponsoren, die bereit sind, die Mannschaft finanziell zu unterstützen. Denn es müssen nun auch weite Anreisen etwa nach Hamburg, München, Dresden, Dortmund und Berlin, Hotelaufenthalte und Antrittsgelder für die Schachgroßmeister bezahlt werden. Die Wettkämpfe werden an den Wochenenden ausgetragen. Und der Verein muss selbst einen Wettbewerb ausrichten.

Internationales Interesse am SC konnte in den vergangenen acht Jahren systematisch geweckt und vergrößert werden, berichtet Benninger. Das gelang durch das große Schachturnier, das jährlich im November im Zentrum Martinsee veranstaltet wurde. Zuletzt nahmen im November 2019 mehr als 500 Schachspieler aus dem In- und Ausland an der Heusenstammer Sparkassen Open teil. In diesem Jahr will man wegen der Pandemie wenigstens für Jugendliche ein Turnier ausrichten.

Deshalb hofft Rudolf Benninger sehr auf Sponsoren, die bereit sind, den so erfolgreichen Schachclub zu unterstützen.

Infos im Internet: sc-heusenstamm.de

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