George Orwells "Farm der Tiere" auf Instrumenten

"Geschnattere und Gemuhe" beim Konzert der Blasorchester-Jugend

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Das Jugendorchester in der TSV Heusenstamm mit seinem Dirigenten Florian Hentschl, der selbst aktiver Musiker ist. -

Heusenstamm - Einmal im Jahr darf die Jugend in der Musikabteilung der TSV Heusenstamm beweisen, dass sie auf einem guten Weg ist. Vom Jugendblasorchester bis zur Flötengruppe sind alle Nachwuchsgruppen bei diesem Konzert dabei. Von Burghard Wittekopf 

Viel Applaus und Bravo-Rufe erhielten die jugendlichen Musiker des TSV Blasorchesters bei ihrem Auftritt in der gut gefüllten TSV-Halle an der Jahnstraße. Das traditionelle Konzert haben die Kinder wieder selbst gestaltet und organisiert. Neu war, dass die Kinder nicht auf der Bühne, sondern auf dem Parkett spielten. Den Anfang machte die Blockflötengruppe, die Andrea Kniedel leitet. Die Kinder spielten bekannte Kinderlieder wie „Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald“ und erhielten für ihre tadellose Vorführung viel Beifall.

Etwas Besonderes hatte sich die Bläserklasse 2016/2017 von Sarah Werner einfallen lassen. Die Kinder haben schon viel gelernt und zeigten, dass das Zusammenspiel in einem größeren Ensemble schon sehr gut klappt. Selbst anspruchsvolle Stücke waren zu hören. Aber auch einfache Stücke wie „Kuckuck“ oder „Old MacDonald had a Farm“ erfüllten die TSV-Halle. Besonders lustig fanden die Zuschauer eine Geschichte, die die Kinder selbst arrangiert hatten und die an das Buch „Farm der Tiere“ von George Orwell angelehnt war. Darin verlässt ein Bauer seine Farm und die Tiere müssen sich überlegen, wer der neue Chef ist.

Das Geschnattere, Gequake und Gemuhe haben die Kinder sehr lustig mit ihren Instrumenten umgesetzt. So erklangen etwa Hühner von den Klarinetten oder Kühe von den Hörnern. Als musikalische Abkühlung war vermutlich das Stück „Jingle Bells“ gedacht, dass die jungen Musiker zum Ende spielten. Nach der Pause, in der sich die Zuschauer mit Kaffee und Kuchen versorgen konnten, spielte das Kinderblasorchester, das die TSV-Musiker gerne als KiBO bezeichnen.

Wie in einem großen Orchester erfüllten Bläser, Schlagzeug und Trommeln die Halle. Die große Gruppe, die inzwischen 40 Mitglieder hat, spielte weltbekannte Stücke wie „The black Pearl“ aus dem Film „Fluch der Karibik.“ Aus „Five Continents“ von Kees Vlak erklangen „Asien“ und „Europa“. Den musikalischen Höhepunkt setzte das Jugendblasorchester der TSV. Seit einem Jahr steht es unter der Leitung von Florian Hentschl. Der junge Dirigent zeigte eindrucksvoll, dass er das Talent zu einem großen Orchesterleiter hat. Dort, wo es nötig war, korrigierte er die Lautstärke der einzelnen Musiker, oder motivierte sie zu mehr Tempo.

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Es war ein starker Auftritt des gesamten Orchesters und des Dirigenten. Die Gruppe spielte unter anderem ein Medley aus dem weltbekannten Disney-Film „Dschungelbuch“. So erheiterten „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, „Ich bin der König im Affenstall“ und „Hör auf mich“ die Zuschauer. Die hohe Qualität des TSV Blasorchesters ist weit über die Grenzen der Schlossstadt bekannt. Ein Grund dafür ist die sehr gute Arbeit, die die Mitglieder um Jugendleiterin Juliane Prokasky täglich leisten. Und die Arbeit ist erfolgreich. Das Jugendorchester besteht inzwischen aus mehr als 100 Mitgliedern. Viele davon schaffen es sogar ins „große“ Blasorchester.

Aber sehr zur Freude der Jugendlichen wird nicht nur einfach stur geübt, denn das Ausbildungskonzept sieht auch Ausflüge und Übernachtungen im Zeltlager vor. Außerdem gibt es immer wieder Treffen mit anderen Orchestergruppen. Lustig wurde es dann noch beim Abbau, denn die vielen Instrumente, Notenständer, Boxen und Mikrofone mussten schnell zurück in den Probenraum des Orchesters, der nur über eine enge Treppe erreichbar ist. Die Kinder bildeten dazu eine lange Schlange und reichten sich die Gegenstände einfach weiter, ganz nach dem Vorbild der Eimerkette bei der Feuerwehr.

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