Evangelische Kindertagesstätte

Noch mehr Platz für die Kleinen

Heusenstamm - Derzeit kann Heusenstamm bereits für mehr als 30 Prozent der unter Dreijährigen (U3) einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen. Mitgezählt sind dabei auch die Kleinkinder, die von Tagesmüttern betreut werden. Von Claudia Bechthold

Bis zum 1. August müssten es aber eigentlich Plätze für 35 Prozent der Kleinen unter drei Jahren sein. Deshalb soll nun auch die Evangelische Kindertagesstätte ausgebaut werden. Schon im Herbst vergangenen Jahres hatten die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung den Ausbau der evangelischen Einrichtung an der Leibnizstraße beschlossen. Räume für zwei U3-Gruppen sowie ein dritter Gruppenraum sollen zum Gelände der benachbarten Schule hin angebaut werden.

„Wir werden die Baumaßnahme aber auch dazu nutzen, andere Räume neu zu ordnen“, berichtet Bürgermeister Peter Jakoby auf Anfrage. So könnten Sozial- und Besprechungsräume verlegt werden. Und auch die Situation am Eingang zu dem Flachbau, der an einem Fußweg zwischen Leibnizstraße und Alter Linde liegt, soll geprüft und eventuell verändert werden. Außerdem will die Stadt die Gelegenheit nutzen, um Schallschutz für alle Räume einzubauen. Fenster und Dach sowie die Außenanlagen waren schon vor einiger Zeit erneuert worden.

Das Gelände und das Gebäude gehören der Stadt, die Evangelische Kirchengemeinde ist Trägerin der Einrichtung. Deshalb habe man vor der Entscheidung intensive Gespräche mit den Vertretern der Evangelischen Kirche geführt. Diese hätten dabei ihre Bereitschaft signalisierten, die Trägerschaft auch für zwei neue U3-Gruppen sowie eine weitere zu übernehmen. „Die dritte Gruppe soll nach Bedarf eingerichtet werden“, erläutert Jakoby. An eine „normale“ Gruppe sei dabei ebenso gedacht wie etwa an eine altersgemischte oder eine für Schulkinder.

Um- und Anbau im Herbst fertig?

Wann mit der Baumaßnahme begonnen werden kann, ist indes noch offen. Derzeit sei der Architekt mit der Planung befasst, sagt Jakoby. Danach müssen dann ja erst einmal ausgeschrieben werden. Dennoch soll der größere Teil der Arbeiten während der Sommerpause erledigt werden. „Kinder haben ja großen Spaß, wenn in ihrer Nähe zum Beispiel ein Bagger bewegt wird“, weiß der Bürgermeister, aber auch, dass genau diese Phase für die Erzieher am schwierigsten ist, weil es besonders viel Staub und Schmutz gibt.

Auf rund 700.000 Euro werden die Kosten für den Umbau derzeit geschätzt – finanziert allein von der Stadt. Fördermittel aus Landes- und Bundesmitteln in Höhe von 300.000 Euro wurden bereits beantragt, eine Bewilligung steht aber noch aus. Von der Stadt getragen werden aber auch die Betriebskosten sowie die Personalkosten.

Im Spätherbst, so hofft Jakoby, werde man mit dem Um- und Anbau fertig sein. Dann werde es in der Schlossstadt weitere 24 U3-Plätze geben. „Damit erreichen wir dann die gesetzliche Vorgabe ausreichend Plätze für 35 Prozent der Kinder unter Drei“, sagt er. Allerdings gelten von August an höhere Vorgaben. „Die wird aber wohl kaum eine Kommune im Land erfüllen können.“ Bleibt ein weiteres Problem, nämlich genügend Erzieherinnen zu finden. „Die Zahl der Bewerbungen bei einer Ausschreibung hält sich schon jetzt in Grenzen. Und es werden weniger.“

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