Unterstützung gegen Trockenheit

Bäume brauchen Hilfe

Heusenstamm -  28 Tage lang, zwischen dem 12 .Juni und dem 10. Juli, ist in der Schlossstadt kein einziger Tropfen Regen gefallen. Diese Trockenheit macht den Pflanzen sehr zu schaffen. Die Stadt bittet daher jetzt die Bürger um Hilfe.

Sommer in Heusenstamm: Seit mehreren Wochen herrschen fast ohne Unterbrechung hohe Temperaturen. Regen bleibt dagegen fast aus. Schon im Juni wurden für das Stadtgebiet 27 Liter weniger gemessen als im langjährigen Mittel. Im Juli konnten bis gestern Nachmittag nur 12,6 Liter je Quadratmeter registriert werden. Trockenheit in der Natur ist die Folge.
Für Entspannung hat dabei auch nicht das kurze Regenintermezzo der vergangenen Nächte gesorgt. Benötigt würde nach Angaben der Fachleute ein mehrtägiger Landregen. Die Stadtverwaltung möchte die Bürgerinnen und Bürger daher aktuell um ihre Mithilfe bei der Bewässerung des Stadtgrüns bitten.

„Die Pflege öffentlicher Grünflächen ist natürlich jedes Jahr in den Sommermonaten eine Herausforderung“, bestätigt Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu. „Aber in so einer ungewöhnlich lang anhaltenden Trocken- und Wärmeperiode, wie wir sie in diesem Jahr seit dem späten Frühling erleben, kommen die von uns beauftragten Firmen und unsere Mitarbeiter mit dem Wässern faktisch nicht mehr hinterher. Wir können jede Unterstützung der Heusenstammer brauchen.“

Wer also die Gießkanne oder den Gartenschlauch bereits im heimischen Garten einsetzt, könne mit einer „Wasserspende“ direkt etwas für den Erhalt des gemeinschaftlichen Grüns tun. Besonders hilfreich wäre es, wenn Bürger die öffentlichen Bäume, Sträucher oder Grünanlagen vor ihrem Haus oder in der Nähe mit ausreichend sauberem Wasser versorgten. 60 bis 80 Liter wären zum Beispiel für einen Baum optimal. Und der Baum beziehungsweise der Strauch danke es mit einer ungestörten Entwicklung, seinem Schatten, der für Kühlungseffekte in der Stadt sorge, seiner Sauerstoffproduktion und mit einem schönen Ortsbild.

Der lang anhaltende Wassermangel ist inzwischen im Stadtgebiet sichtbar: bräunliche Rasenflächen, vertrocknete Blätter und Blüten und staubige Böden. Generell hat die Stadtverwaltung während der Sommermonate eine Fachfirma mit der Bewässerung von rund 285 Bäumen in Heusenstamm beauftragt. Weitere Bewässerungsaufträge wie bei Verkehrsinseln erledigt ein zweites Garten- und Landschaftsbauunternehmen. Zusätzlich ist schließlich ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs mit Kleintraktor und großem Gießfass zu insgesamt 54 verschiedenen Stellen – das sind diverse Blumenbeete, Pflanzkübel, Jungbäume und ähnliches – unterwegs. Ein Gießdurchgang dauert in diesem Fall etwa eine Woche und pro Tag werden rund 10 000 Liter Wasser verbraucht. Generell wird entsprechend der Niederschlagssituation, den vereinbarten Vertragskonditionen und je nach Personalsituation gegossen.

Schwere Unwetter und extreme Waldbrandgefahr

Die derzeitige Trockenheit, die das Erdreich teilweise bis auf eine Tiefe von etwa zwei Metern komplett ausgetrocknet hat, und der Blick auf verschiedene Grünanlagen zeigen, wie schwierig es momentan ist, die öffentlichen Grünflächen und Gehölze im Stadtgebiet konstant und ausreichend mit dem notwendigen Nass zu versorgen. Rasenflächen könnten solche Trockenphasen mit einem Ruhestadium relativ gut überdauern und regenerierten sich nach den nächsten Niederschlägen, erläutern Fachleute der Stadtverwaltung. Bei Gehölzen aber sehe die Sache ganz anders aus: Blätter vertrocknen, fallen vorzeitig ab und reduzieren somit die Energiezufuhr durch die Photosynthese. Bäume und Sträucher gingen damit zu früh in die Ruhephase, die eigentlich erst im Herbst einsetzen soll. Sie sind geschwächt und reagieren unter anderem mit einer Vielzahl abgestorbener Äste; die weitere Entwicklung der Bäume und Sträucher werde damit insgesamt reduziert.

Hilfe brauchen wegen der Trockenheit übrigens auch Vögel. Das Aufstellen von Tränken sei sehr wichtig, raten Mitglieder der Heusenstammer Waldjugend. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass flache Schalen im Schatten aufgestellt würden, damit das Wasser für die Tiere nicht zu schnell von der Sonne aufgewärmt wird. (clb)

Rubriklistenbild: © dpa

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