Feuerwerk im Dauerregen

Bahnhofsfest erstmals nicht so gut besucht

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Mit einem Tanz zu „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees überraschten die Schulkindbetreuungen die Bahnhofsfest-Besucher.

Heusenstamm - Seit 2006 wird in der Schlossstadt das Bahnhofsfest gefeiert. Es hat sich zu einem der beliebtesten Feste der Stadt etabliert – wohl auch, weil es immer der ganzen Familie, vom Kleinkind bis zur Großmutter, etwas zu bieten hat. Und das Feuerwerk hat auch wieder den Nachthimmel erhellt, wenn auch im strömenden Regen.  Von Claudia Bechthold

Es dürfte mehrere Gründe geben, warum das Bahnhofsfest in diesem Jahr nicht so gut besucht war. Zum einen dürfte der Termin eine Rolle gespielt haben – am Muttertag werden in vielen Familien eben andere Prioritäten gesetzt als an den sonstigen Mai-Sonntagen. Zudem hat sicherlich so mancher Heusenstammer die Verbindung zum Himmelfahrtstag genutzt, um das lange Wochenende woanders zu verbringen. Und zum anderen haben vermutlich die ausgiebigen Warnungen vieler Wetterdienste vor schweren Unwettern den Unentschiedenen die Wahl ein wenig leichter gemacht. Sie sind zu Hause geblieben.

Und so gab es in diesem Jahr kein dichtes Gedränge auf dem Wegen rund um den Platz vor dem alten Bahnhofsgebäude. Auch die sonst üblichen Schlangen an den Essens- und Getränke-Ständen blieben diesmal weitgehend aus. Freilich musste der eine oder andere auch mal warten, bevor er zum Zug kommen konnte. Aber unterm Strich ging alles schneller als sonst.

Und dennoch: Das Bahnhofsfest bleibt eines der schönsten im Umkreis. So herrschte reges Treiben vor allem dort, wo Unterhaltung geboten wurde. Da konnten sich Jüngere und Ältere ausprobieren an einer Kletterwand. So mancher ließ beim Tischfußball der Schulkindbetreuungen den kleinen Ball fliegen. Und die Hüpfburg neben dem Stand des Vereins Schlosszwerge war ohnehin stark belagert.

Der ADFC aus Rodgau hatte vor allem in den ersten Stunden des Festes mit dem Codieren der Fahrräder gut zu tun. Und die Polizeibeamten, die ein Einsatzfahrzeug zum Besichtigen dabei hatten, waren auch sehr gefragt. Viele Runden drehen musste zudem die kleine Dampfbahn für Kinder. Und auch dem Karussell waren nur wenige Pausen gegönnt.

Bahnhofsfest 2018 in Heusenstamm: Bilder

Hauptattraktion für Kinder aber bleibt der Brunnen im Zentrum des Platzes vor dem Bahnhofsgebäude. Ohne Pause wurde auf dem steinernen Wall mit den Wasserfontänen herumgeklettert.

Am Abend spielte die Band „Helium 6“ auf der Bühne vor dem Bahnhof, bis das Feuerwerk den Himmel über Heusenstamm erhellte.

Die erste Störung erfuhr das Fest, als gegen 16.45 Uhr Wind aufkam, es dunkler wurde und schließlich erste Tropfen fielen. Binnen kurzer Zeit war der Platz fast leer – und dies, obwohl Heusenstamm offenbar nur am Rand eines Gewitters lag. Das Akkordeon-Orchester Mühlheim, das am Nachmittag die fröhlich swingende Stadtkapelle abgelöst hatte, verabschiedete sich mit dem Oldie „Venus“ und machte der Band „Helium 6“ Platz, die

am Abend unterhielt – übrigens mit einer enormen Bandbreite von „No Roots“, über „Hollywood Hills“ bis „Westerland“. Inzwischen war es längst wieder trocken, die Menschen kehrten zurück. Von 21 Uhr an füllte sich der Platz zusehends – vermutlich in Erwartung des Feuerwerks. Zur Musik von Helium 6 wurde eifrig getanzt – auch mit Schirm, als gegen 21.30 Uhr wieder einige Tropfen vom Himmel kamen. Dass daraus diesmal ein mehr als einstündiger Regen wurde mit mehr als acht Liter Wasser je Quadratmeter, störte dann kaum noch, denn das Feuerwerk erfreute alle.

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