Offener Brief des Kollegiums Adolf-Reichwein-Schule

Bangen um Demokratie-Projekt

Heusenstamm - Seit Sommer 2016 beteiligt sich die Stadt Heusenstamm am Bundesprogramm „Demokratie leben“. Profitiert davon hat auch die Adolf-Reichwein-Schule. Das Kollegium der Haupt- und Realschule bangt nun um die finanzielle Förderung in der Zukunft. Von Claudia Bechthold

Für die Fortführung des Projekts „Demokratie leben“ der Bundesregierung werben die Lehrerinnen und Lehrer der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in einem offenen Brief an Bürgermeister Halil Öztas. Zwar endet die Förderung der Bundesregierung erst im Jahr 2019, dennoch wolle man deutlich machen, wie wichtig diese Kooperation für die Haupt- und Realschule bereits jetzt sei. „Wir möchten das Projekt, das wir an unserer Schule mit diesem Programm umsetzen, unbedingt weiterführen“, betont Margit Breen, Leiterin der ARS, auf Anfrage. Es geht um eine Theater-Aktion, die der Verein Creative Change aus Offenbach mit Schülern der Jahrgangsstufe sechs umsetzt. „Zweimal hatten wir den Verein nun schon zu Gast, die Ergebnisse sind deutlich spürbar“, versichert Margit Breen.

In das Theater des Vereins Creative Change unter der Leitung von Pedram Aghdassi werden die Schüler mit Rollenspielen aktiv eingebunden. Es geht um Konfliktbewältigung vor dem Hintergrund von Rassismus und Ausgrenzung. So beobachten die Lehrer der Schule, dass die Jugendlichen, die an dem Programm teilgenommen haben, deutlich sensibler mit Themen wie Ausgrenzung und Rassismus umgehen.

Unbedachte Äußerungen der Schüler seien seltener geworden, berichtet Margit Breen. Auch machten die jungen Leute sich untereinander darauf aufmerksam, wenn mal eine nicht akzeptable Bemerkung falle. „Natürlich sind wir jetzt nicht alle von heute auf morgen Engel geworden, und es gibt immer mal wieder einen Ausraster“, ergänzt die Schulleiterin. Aber im Umgang damit oder bei Konflikten in der Klasse generell könne man auf das Projekt mit dem Namen „Die Demokratieschützer“ aufbauen.

Abi-Ball des Adolf-Reichwein-Gymnasiums Heusenstamm: Bilder

Seit Sommer vergangenen Jahres nimmt die Stadt Heusenstamm an dem Programm teil. Rund 45.000 Euro hat man 2016 dazu erhalten. In diesem Jahr sind es mehr als 105.000 Euro. Mit diesem Geld werden unter anderem eine eigens dazu eingerichtete Stelle bei der Arbeiterwohlfahrt sowie Aktionen und Veranstaltungen finanziert. Die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland, auch in den sozialen Medien, vor allem in Bezug auf rechtsradikale und völkische Tendenzen, betrachten viele Menschen als besorgniserregend, schreibt das ARS-Kollegium in dem offenen Brief.

Demokratie müsse man, auch angesichts der aktuellen politischen Lage nicht nur leben, schützen und immer wieder neu lernen, sondern auch den nachfolgenden Generationen vorleben. Dazu halten die Pädagogen der Schule das Projekt „Die Demokratieschützer“ von Creative Change für geeignet. „Wir würden uns sehr freuen, wenn die Förderung für das Gesamtprogramm, also auch für dieses Projekt gesichert bleibt, damit unsere Schüler auch in Zukunft daraus lernen können.“

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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