Höhere Kapazitäten und Rückgewinnung von Phosphor angestrebt

EVO baut Müllheizwerk aus

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Das Gelände rund um das Müllheizkraftwerk an der Dietzenbacher Straße soll für den Ausbau nicht vergrößert werden.

Heusenstamm - Das Müllheizkraftwerk (MHKW) an der Dietzenbacher Straße soll ausgebaut werden. Damit will die Energieversorgung Offenbach (EVO) AG die Kapazität erhöhen und mehr Klärschlamm verbrennen, um den Phosphor daraus zurückgewinnen zu können. Von Claudia Bechthold 

Die Pläne dafür liegen derzeit aus. Es können Einwände geltend gemacht werden. Betriebsgelände und -gebäude würden nicht vergrößert, versichert Martin Ochs, einer der Sprecher bei der Energieversorgung Offenbach (EVO). Dennoch, das MHKW soll ausgebaut, dessen Kapazitäten erweitert werden. Statt bisher 250.000 Tonnen Müll im Jahr will man dann bis zu 300.000 Tonnen verbrennen können. Außerdem plant die EVO den Einbau einer neuen Anlagentechnik, mit der mehr Klärschlamm als bisher in die Flammen gebracht werden kann. Mit dieser Technik soll schließlich Phosphor aus der Asche des Schlamms zurückgewonnen werden, das unter anderem als Düngemittel dient.

Die Rückgewinnung des Phosphor aus dem Klärschlamm wird gesetzlich vorgeschrieben. Damit will man verhindern, dass Klärschlamm mit all seinen Schadstoffen bis hin zu Medikamentenrückständen künftig direkt zur Düngung verwendet werden darf. Das MHKW der EVO wird schon seit langer Zeit genutzt, um Fernwärme zu erzeugen. Außerdem kann mit der Anlage Strom produziert werden. Lärm und Gerüche werden durch die höhere Kapazität des MHKW nicht entstehen, versichert Martin Ochs weiter. Auf dem Gelände soll eine spezielle „Abkipphalle“ errichtet werden, in der während des Abladens ein Unterdruck erzeugt werden kann.

Genutzt werden soll vor allem Klärschlamm aus der Region. Allein aus Rodgau und Dietzenbach werden schon jetzt jährlich etwa 3000 Tonnen Trockenschlamm ins MHKW gebracht. Auch ein Teil der Überreste aus der Heusenstammer Kläranlage landen an der Dietzenbacher Straße. Aber mit einer Erweiterung der Kapazität soll natürlich auch mehr Abfall aus diesen Anlagen zu dem Heizkraftwerk gebracht werden.

Bilder: So sieht es im Müllheizkraftwerk aus

Mit mehr Lastwagen-Verkehr müssen die Heusenstammer aber nach den Angaben von Martin Ochs nicht rechnen. „Die Lastwagen aus der direkten Nachbarschaft werden wie bisher auf den Landstraßen 3001 und 3117 zum Müllheizkraftwerk fahren“, versichert er. Und für Transporte aus etwas weiter entfernten Kommunen gebe es die Vorgabe, über die Autobahnen 3 und 661 über das Offenbacher Kreuz und die Anschlussstelle Neu-Isenburg zu dem auf Offenbacher Gemarkung liegenden Ziel zu fahren.

Noch bis zum Donnerstag, 21. Juni, liegen die Ausbaupläne für das MHKW öffentlich aus – auch im Heusenstammer Schlossrathaus, Im Herrngarten 1 (linker Flügel im ersten Obergeschoss). Einsehen darf sie jeder. Mit dem 21. Juni endet auch die Frist für Einwendungen. Wer sich genauer informieren möchte, findet viele Antworten auf www.mhkw-of.de.

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