Backfischfest des Angelsportvereins

Wohnungsbau für Stockenten

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Beim Feiern einen schöneren Blick als den auf den Schermsee des Angelsportvereins zu finden, dürfte schwerfallen.

Heusenstamm - Für den Sportfischerverein sind das Vatertags- und das Backfischfest wichtig, um mit den Einnahmen die Kosten rund um ihre beiden Gewässer stemmen zu können. Für die Besucher bilden die Einladungen einen Super-Lockruf. Von Michael Prochnow 

Brathering, Bismarkhering, frischer Matjes oder echter Norwegerlachs mit Zwiebeln im Brötchen, Backfisch, Kibbelinge mit selbstgemachter Remouladensoße und Calamaris mit Knoblauchsoße oder Mayonnaise: Schon die Speisekarte bildet für viele Gäste einen triftigen Grund, als Ziel für den Sonntagsausflug den Schermsee zu wählen. Manche Leckerei gibt’s eben nur bei den Festen der Hobbyangler.
Die Plätze vor und hinter der dekorativen Mauer aus Basaltstein sind schnell belegt. Neben dem Gebüsch am Hang sorgen weiße Stoffpavillons für Schatten. Das selten so ideale und angenehme Sommerwetter führt im Laufe des Tages Hunderte in die Idylle. Die meisten Gäste steuern sie per Drahtesel an. 100 Mitglieder umfasst die aktive Gemeinschaft an der Rembrücker Straße, fast zwei Dutzend stemmen das Fest mit Partnern und Freunden.

Mütter und Väter wie Yvonne Schleifer begleiten die Arbeit von Jugendwart Thomas Becker, haben Kuchen gebacken. Denn dessen Verkauf fließt zu hundert Prozent in die Jugendförderung, erläutern die Helfer. Im vergangenen Jahr haben sie Karpfenliegen angeschafft. „Beim Nachtangeln sind die komfortabler als Gartenliegen“, erläutert die engagierte Mutter. In diesem Jahr wollen sie in Schlafsäcke investieren. „Wir müssen etwas tun, um den Nachwuchs zu gewinnen.“ Ein Höhepunkt im Jahresprogramm ist das Nachtangeln über ein Wochenende. Dabei realisieren die Teilnehmer stets auch ein Naturschutzprojekt.

Schlangestehen am Grill, für die Festgäste lohnt sich das.

Diesmal haben sie sich um die heimische Stockente bemüht. Dem „besonders schützenwerten Glied der örtlichen Fauna“ haben die Schüler zwei Entenhäuser gebastelt und im vereinseigenen Schermsee verankert, um die Jungen vor dem Fuchs zu schützen. „Die Hilfe ist leider notwendig geworden, weil Stockenten durch äußerst aggressive Nilgänse von ihren Brutstätten verdrängt wurden“, schildert Schriftführer Michael Forstmann. Die Jugendlichen beobachteten, dass eines der Häuser bereits bezogen wurde.

Bilder: White Dinner in Heusenstamm

Mit den Einnahme vom Fest hat sich der Angler-Nachwuchs sein eigenes Heim am Schneiderwiesenweiher hergerichtet. Sie schneiden Büsche an dem gepachteten Gewässer zurück, nehmen mit dem Gewässerwart Wasserproben und messen die PH-Werte oder vergnügen sich am Tischkicker.

Die „Großen“ müssen nun ihre Angelplätze aufstocken, weil der Grundwasserspiegel um fast einen Meter gestiegen sei, informiert Forstmann. Der Vorstand freue sich nach einem Aufnahmestopp jetzt wieder über tatkräftige Mitglieder. Infos gibt’s beim Vorsitzenden Klaus Weber unter 0170/9900318 und auf der Seite sportfischervereinheusenstamm.de.

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