Bilanz nach sechs Tagen

Beschicker und Besucher sind zufrieden mit dem Weinfest 

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Das Team vom Weingut Müller-Gilbert ist seit dem ersten Weinfest dabei.

Heusenstamm - Erfolgreich ist einmal mehr das Weinfest am Schloss zu Ende gegangen. Nach sechs Tagen sind die Beschicker ebenso zufrieden wie die Gäste. Von Jana Holecek 

Etwas kühler als zu Beginn war es zum Ausklang des nun 22. Weinfestes am Schloss. Der Rebensaft wurde an allen Tagen reichlich und in vielen Variationen angeboten und verzehrt. Aber erst nachdem die Temperaturen etwas gesunken waren, wurde auch der „Selbstgebrannte“ am Abend zum Aufwärmen von den Besuchern bestellt, erzählt Carolina Grindel vom Weingut Grindel aus dem rheinhessischen Flonheim. Auf 14 Hektar baut das kleine Familienunternehmen seinen Wein an. Tochter Melanie ist studierte Önologin, tritt in die Fußstapfen ihrer Eltern. Ihre Schwester Florentine hat Getränketechnologie studiert und sich mit einem eigenen Unternehmen auf das Schnapsbrennen spezialisiert. „Die Schnapsidee“ bietet ausgefallene Getränke wie Pfefferminze, Schokolade mit Chili oder „Medouza“, eine Mischung aus Anis und Orange, an. Trotz der Trockenheit werde die Weinernte diesmal nicht schlechter als im Vorjahr, berichtet sie weiter: „Der späte Frost hat vergangenes Jahr zahlreiche Reben beschädigt, da diese schon am Austreiben waren. Natürlich fehlte es jetzt an Wasser, aber so ist das eben, wenn man mit der Natur zusammenarbeitet.“

Das Weinfest besuchen sie immer wieder gerne, genauso wie Regine Müller-Marx vom Weingut Müller-Gilbert. Sie kommt seit Anbeginn zum Heusenstammer Weinfest und ist somit zum zweiundzwanzigsten Mal mit ihrer Mannschaft vertreten. Ihre Familie bewirtschaftet etwa 13 Hektar in Volxheim bei Bad Kreuznach und produziert somit Nahewein. Sie haben durchweg gute Erfahrungen mit der Schlossstadt und freuen sich über „die Hilfsbereitschaft, die hervorragende Organisation – speziell die liebevolle Betreuung durch Heike Gutjahr vom Kulturamt – und das friedliche Miteinander der gut gelaunten Gäste“.

Tolle Stimmung auf dem Heusenstammer Weinfest: Fotos

„Konkurrenzkampf“ unter den Winzern gibt es eigentlich nicht. Im Gegenteil, man hilft sich gegenseitig und es haben sich im Laufe der Jahre richtige Freundschaften entwickelt. Gerade auch mit den Helfern am Stand des „Freundeskreises Partnerstädte“, der Weine aus Rheinhessen anbietet.Eine etwas kürzere Anreise haben Andrea und Peter Lehmann aus Liederbach. Sie vertreten das Weinhaus Werner, das es sechsmal in Deutschland gibt. Mehr als 2000 Weine werden in den Vinotheken von den Winzergenossenschaften über das Weinhaus Werner angeboten. „Einige Stammgäste folgen uns sogar von Weinfest zu Weinfest“, freuen sie sich. Am Weinstand Kastell aus Bingen kaufen Sylvia und Thomas aus Offenbach-Bieber für ihren „Bieberbau“ im Erlensteg einen kleinen Weinvorrat ein. „Das bietet sich an. Sonst wird der Wein immer aus Bingen geliefert. Und wenn wir schon mal da sind…“ Auch wegen des guten Wetters war das Weinfest für Beschicker und Gäste wieder gelungen. So gut übrigens, dass zum Beispiel am Freitagabend gegen 21.30 Uhr der Zugang vorübergehend wegen Überfüllung geschlossen werden musste.

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