Maurizia Cirigliano steht auf Platz zwei der Volt-Liste

Besonders gute Lösungen lokal umsetzen

Maurizia Cirigliano kandidiert für Volt.
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Maurizia Cirigliano kandidiert für Volt.

Immer wieder ist von Nachwuchssorgen in der Politik zu hören. In Heusenstamm kandidieren einige junge Menschen für die Kommunalwahl am 14. März. Sie werben nun um Stimmen und wollen die Zukunft der Stadt mitgestalten. In loser Reihenfolge stellen wir die jeweils jüngsten Bewerberinnen und Bewerber um einen Sitz im Stadtparlament vor: heute Maurizia Cirigliano von der Partei Volt.

Heusenstamm – Nicht nur die Kandidaten sind neu, die gesamte Gruppierung tritt in der Schlossstadt erstmals zur Kommunalwahl an: Die paneuropäische Partei Volt will den Europagedanken stärken und dabei auch auf kommunaler Ebene in der Politik mitmischen. Als jüngste Kandidatin steht in Heusenstamm Maurizia Cirigliano auf Listenplatz zwei. „Ich möchte anderen jungen Leuten Lust auf Politik machen und zeigen, dass Kommunalpolitik wichtig ist und vor allem viel greifbarer als man denkt“, sagt die 18-Jährige.

Europaweit und bundesweit hat Volt eine rasante Karriere hinter sich: vertreten in rund 30 Ländern, im Jahr 2017 auch in Deutschland gegründet, ein Jahr später als Partei registriert, bei den Europawahlen 2019 einen Sitz im Parlament gewonnen und bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr mehrere Sitzen erlangt und in die Parlamente der großen Städte eingezogen.

„Was mich bei Volt auf Anhieb überzeugt hat, ist der andere Ansatz, an Politik heranzugehen“, sagt Maurizia Cirigliano, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und anschließend Modedesign studieren will. So gehe es nicht um Ideologien, um links oder rechts, sondern um Problemlösungen auf Basis einer pragmatischen Herangehensweise. „Wir arbeiten nach dem Best-Practice-Prinzip und suchen in ganz Europa nach einer Lösung, denn etwas, das besonders gut ist, kann man auch auf das Lokale herunterbrechen.“

Auch wenn Cirigliano bekennt, in der Schulzeit noch wenig Interesse an Politik gehabt zu haben, so hat sie die Leidenschaft für die neue Partei inzwischen voll erfasst. Sie habe Volt durch Bekannte kennengelernt und ein Jahr lang regelmäßig Treffen in Offenbach besucht, wo die Partei bereits etablierter ist. „Dabei habe ich nicht nur viele Gleichgesinnte getroffen, sondern auch eine große Themenvielfalt in der kommunalen Arbeit erfahren.“

Und so weiß die junge Politikerin nun genau, was in Heusenstamm für sie auf der Agenda steht. „Fahrradfahren wie in Kopenhagen“ etwa, so wie es auf den Wahlkampfplakaten publiziert wird. „Wir können auch von einer Großstadt etwas übernehmen, das gut funktioniert“, ist Cirigliano überzeugt. Gleiches gelte für Themen wie Umweltschutz und Klimaneutralität, ebenso für die Digitalisierung der Stadtverwaltung.

Besonders am Herzen liegt der Nachwuchspolitikerin die Idee, ihren Heimatort mobiler zu machen. Für alle Generationen, vor allem aber auch für junge Leute sei es wichtig, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und eventuell einen Nachtbus einzuführen. Cirigliano weiß wovon sie redet, manche Erfahrung hat sie selbst gemacht. Sie ist in Heusenstamm aufgewachsen, hat dort die Schule besucht, engagiert sich bei der TSV in der Abteilung Tanzen und im Orchester, wo sie Saxophon spielt. „Natürlich hatte ich auch mal die Idee, woanders zu leben“, erzählt sie. „Aber sich in einer Gemeinschaft zu bewegen, in der man sich kennt und durch gemeinsame Arbeit verbunden ist, ist einfach ein tolles Gefühl.“

An den europäischen Gedanken glaubt Maurizia Cirigliano fest. Sie sei selbst in vielen Ländern unterwegs gewesen und habe alle Schüleraustausche mitgemacht, die möglich waren. „Dabei konnte ich viele Gemeinsamkeiten feststellen.“ Die internationale Vernetzung bringe ganz praktische Vorteile. „Da hat beispielsweise irgendwo in Europa jemand eine App erstellt, mit der man die Verteilung von Flyern organisieren kann und von der wir nun profitieren können“, sagt sie.

(Von Barbara Scholze)

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