Bilder geben Rätsel auf

Heimat- und Geschichtsverein Heusenstamm erhält alte Fotos und einen Film

Aus dem Jahr 1969 stammt dieses Luftbild mit dem etwa 300 Jahre alten Hammerhaus im Mittelpunkt. Die Tankstelle der Familie Hammer befand sich im Hof des Areals.
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Aus dem Jahr 1969 stammt dieses Luftbild mit dem etwa 300 Jahre alten Hammerhaus im Mittelpunkt. Die Tankstelle der Familie Hammer befand sich im Hof des Areals.

Fotos vom sogenannten Hammerhaus am Ende der Schlossstraße unmittelbar neben dem früheren Sitz der Familie Schönborn und ein vermutlich etwa hundert Jahre alter Filmschnipsel geben Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) derzeit Rätsel auf. Vor allem geht es dem Vorsitzenden Roland Krebs und dem Foto-Archivar des Vereins, Horst Graf, um die Personen, die auf jenen Bildern zu sehen sind.

Heusenstamm – Vor einiger Zeit hat der Verein einen Kurzfilm erhalten, der vermutlich zwischen 1920 und 1930 entstanden ist. Zur Verfügung gestellt hatte ihn Hans Heberer, ein gebürtiger Heusenstammer und Neffe von Johannes Heberer, der Priester in Bingen am Rhein war. Bei Aufräumarbeiten waren ihm die Bilder in die Hände gefallen.

Horst Graf ließ den 35-mm-Streifen digitalisieren. Entstanden sei ein etwa 40 Sekunden dauerndes Filmchen, dessen Qualität allerdings sehr schlecht sei, sagt der Archivar. Es flimmert, gibt Kratzspuren und Flecken.

Das Werk in Schwarzweiß trägt den Titel „Heusenstamm, ein Sitz der Grafen von Schönborn“ und zeigt fünf Szenen. Zunächst sieht man den Titel und die Fassade des Schlosses. Dann bewegen sich mehrere Personen aus dem Tor des Renaissance-Gebäudes auf das Löwentor zu. In einer weiteren Szene kommen die selben Personen auf die Kamera zu, diesmal vor dem Torbau in Richtung der Mühlstraße, die heute Bürgermeister-Kämmerer-Straße heißt. Schließlich zeigt der Film den Turm der Kirche St. Cäcilia.

Leider wisse man nicht, wer auf den Bildern zu sehen ist. Horst Graf hofft deshalb, dass Leser der Offenbach-Post vielleicht die eine oder andere Person erkennen.

Ebenfalls unbekannt sind dem Verein fünf Kinder, die auf einem Foto aus dem Jahr 1954 zu sehen sind. Das Bild wurde dem HGV zusammen mit weiteren Aufnahmen des Hammerhauses überlassen, die der Vorsitzende Roland Krebs anonym erhalten hat.

Das Haus Schlossstraße 49 erhielt seinen Namen durch Hermann und Ria Hammer, die nach dem Zweiten Weltkrieg dort eingezogen sind und eine Tankstelle mit Reparaturwerkstatt und Waschstraße betrieben haben. Die Familie war vielen Heusenstammern bekannt. Erst nachdem die Schlossstraße in den 1980er-Jahren neu gepflastert worden war, gab die Familie die Tankstelle auf.

Zu den Fotos zählen auch zwei Luftaufnahmen, eine aus dem Jahr 1969, als das benachbarte Kinderhaus Wiesenborn noch nicht gebaut war. Vor allem aber ein Bild aus dem Jahr 1954 ist interessant, denn darauf ist die Brücke zu sehen, die über einen Arm der Bieber führte, der einst zur Schlossmühle geführt hat. Dieser Wasserlauf wurde später kanalisiert und überbaut. Auf dem Foto sind fünf Kinder zu sehen. Vielleicht erkennt jemand diese und kann sagen, um wen es sich handelt, meint Roland Krebs.

Wer helfen kann, eines dieser Rätsel zu lösen wendet sich an der HGV per Mail an vorstand@hgv.heusenstamm.de oder unter Tel. 06104 65477. (Von Claudia Bechthold)

Wer ist da zu sehen, fragt der Heimatverein.
Aus einem kurzen Film stammen diese Standbilder.
Fünf Kinder auf der kleinen Bieber-Brücke vor dem Hammerhaus, die es längst nicht mehr gibt.

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