Breites Bett

Renaturierung der Bieber nach fünf Jahren beendet

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Wild romantisch wirkt sie wieder die Bieber, die sich nun wieder durch die Auen zwischen Friedhof und Schloss schlängelt. Im Hintergrund ist das Hintere Schlösschen zu sehen.

Heusenstamm - Außergewöhnlich gut nennen Fachleute den Zeitraum von fünf Jahren, der zur Renaturierung der Bieber auf Heusenstammer Gemarkung nötig war. Das Verfahren sei nun abgeschlossen, meldet das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim.

Fünf Jahre ist es her, dass die Stadtverwaltung das förmliche Verfahren zur Renaturierung der Bieber eingeleitet hat. Zum erfolgreichen Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens fanden sich jetzt die Mitglieder des Teilnehmervorstands im Rathaus Heusenstamm ein. Die beiden verantwortlichen Mitarbeiter des Amtes für Bodenmanagement in Heppenheim, Verfahrensleiter Thomas Fabian und Verfahrenssachbearbeiter Martin Bergmann, stellten noch einmal die wichtigsten Verfahrensschritte vor. Auf etwa fünf Kilometer Länge durchfließt die Bieber das Stadtgebiet Heusenstamm. Auf mehr als der Hälfte dieser Strecke wurde der Bach renaturiert. Den Rest des Flussbetts hat sich die Natur selbst zurückgeholt, etwa im Woogbruch und rund um das Naturschutzgebiet Nachtweide.

Um die Begradigung des Flüsschens rückgängig machen zu können, benötigte die Stadt einen sogenannten UIferrandstreifen von etwa zehn Metern. Land, das nicht der Stadt gehörte. An dieser Stelle kommt das Amt für Bodenmanagement ins Spiel, zu dessen Aufgaben solche „Flurbereinigungen“ zählen. Trotz berechtigter Skepsis, teilt das Amt jetzt mit, sei es gelungen, alle Erwartungen von Wasserbehörden, Teilnehmervorstand und Stadt zu erfüllen. Es konnten genügend Flächen bereitgestellt werden, um alle geplanten Verbesserungen zu realisieren. Nur einige Wochen nach Beschluss habe man durch vorgezogene Vereinbarungen mit den Grundstückseigentümern erste Baumaßnahmen umsetzen können. Dabei habe man im etwa 87 Hektar großen Verfahrensgebiet die Interessen der Landwirte berücksichtigen und den Eignern einen Ausgleich für ihren Flächenverlust bieten können.

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Um immer wieder auftretende Probleme mit der Belastung des Gewässers etwa nach Starkregen zu verhindern, werden derzeit nicht nur an der Bieber, sondern auch an der Rodau alle Einleitungen systematisch erfasst. Die Ursachen müssten von den einzelnen Kommunen, aber auch im Verbund der acht Anliegergemeinden von Rodau und Bieber mittelfristig behoben werden. Dazu bedürfe es der Investitionen in kommunale Abwasserreinigungsanlagen und in die Kanalisation, erläutert Bürgermeister Halil Öztas. Grundsätzlich zieht der Verwaltungschef für die Stadt eine positive Bilanz zur Renaturierung.

clb

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