„Brennen“ für Jesus Christus

Heusenstammer Benjamin Weiß feiert Primiz am Bannturm

Bischof Peter Kohlgraf (Zweiter von rechts) begleitete die Dankvesper in der Kirche Maria Himmelskron nach der Primiz des Heusenstammers Benjamin Weiß (links) am Vormittag am Bannturm.
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Bischof Peter Kohlgraf (Zweiter von rechts) begleitete die Dankvesper in der Kirche Maria Himmelskron nach der Primiz des Heusenstammers Benjamin Weiß (links) am Vormittag am Bannturm.

„Für etwas brennen“, das ist Benjamin Weiß sehr wichtig. Er selbst brennt für Jesus Christus und seinen Glauben, zu dem sich der „Heusenstammer Bub“ am Wochenende in beeindruckender Weise bekannte: Am Samstag wurde er von Bischof Peter Kohlgraf im Mainzer Dom zum Priester geweiht, am Sonntag feierte er in außergewöhnlicher Stimmung am Bannturm Primiz, seine erste Heilige Messe, am Nachmittag in Maria Himmelskron eine Vesper.

Heusenstamm – Im Anschluss spendete er einzelnen Personen den bei katholischen Christen beliebten Primizsegen. Konzelebrierte Weihbischof Dr. Udo Bentz die Eucharistiefeier im Freien, begleitete der Bischof die Liturgie am Nachmittag. Kohlgraf rief auf zu beten, dass sich mehr Menschen für einen geistlichen Beruf entscheiden und „dem Evangelium ihre Stimme geben“. Der Gottesdienst habe ihn an seine eigene Primiz erinnert, dankte der Gast aus Mainz.

Gastgeber Pfarrer Martin Weber begrüßte auch Dekan Willi Gerd Kost, Dr. Tonke Dennebaum und Sebastian Lang, Regens und Subregens des Priesterseminars am Dom, den ebenfalls aus der Schlossstadt stammenden Christian Kaschub, der vor vier Jahren geweiht wurde, sowie Theologiestudenten, von denen einige als Messdiener am Altar dienten.

Weiß möchte andere mitreißen

Weiß hatte für seine Weihe jene Stelle aus der Heiligen Schrift ausgewählt, an der die Jünger nach dem Tod Jesu auf dem Weg nach Emmaus waren und zurückblickten: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete?“ Auf dem Weg sein, begeistert sein und andere mitreißen, das ist auch die Sache des jungen Theologen. Er erinnerte, dass er nach dem Lehramtsstudium auf dem Jakobsweg pilgernd in die Theologische Hochschule St. Georgen nach Frankfurt fand.

Wegen der Pandemie wurde die Priesterweihe vom Juni in den Oktober verlegt. Da war der Absolvent bereits als Kaplan in Friedberg tätig. In seiner Ansprache in der Vesper verglich er Erfahrungen aus dem eigenen Leben mit der „existenzbedrohenden Krise“ der Jünger, nachdem der Gottessohn am Kreuz gestorben war. Um „auf die Spur zurück zu gelangen“ gelte es, Menschen zuzuhören. „Gott vermag alles, wenn wir ihn nur lassen, geht alle Etappen unseres Lebens mit“, betonte der Primiziant.

Die Feier in der Pfarrkirche gestalteten vier Solisten unter Leitung von Regionalkantor Felix Ponitzy aus Seligenstadt mit, da Singen für die Gemeinde wegen der Pandemie nur eingeschränkt möglich ist. Am Vormittag durfte Kaplan Weiß mit rund 200 Gläubigen unter Hygienebedingungen und mit der Hilfe vieler Ehrenamtlicher seine erste Messe am Bannturm zelebrieren. „Trotz großer Anspannung und Kritik konnten wir das Fest ihm und seiner Familie ermöglichen“, resümierte Pfarrer Weber. Er dankte auch der Pfarrei-Band um Ulrike Mach und den Künstlern, die einen Blumenteppich mit einer Darstellung der Jakobsmuschel entworfen und gelegt haben. Die Primizpredigt hielt Michael Bartmann aus Lorsch. Zu den Gratulanten zählte auch Bürgermeister Halil Öztas. (Michael Prochnow)

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