Nach Unwetterschäden

Brücke für den Tannenkopf

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Auf der südlichen Seite der neuen Tannenkopf-Brücke nahe Patershausen ist schon deutlich erkennbar, wie es einmal aussehen wird.

Heusenstamm - Es war ein heftiges Unwetter, das am Abend des 20. Juni vergangenen Jahres wütete. Sogar eine Brücke wurde zum Teil weggerissen: die sogenannte Tannenkopf-Brücke, die nahe Patershausen über die Bieber führt. Derzeit wird diese Brücke neu errichtet. Von Claudia Bechthold 

Es war eindeutig das Unwetter des Jahres. Wie von einem Gartenschlauch gegen das Fenster gespritzt lief an jenem Donnerstagabend das Wasser in einem geschlossenen Schleier an den Scheiben herunter. Wer nur einen einzigen Schritt ins Freie tat, war binnen kürzester Zeit nass bis auf die Haut.

Bis zu 50 Zentimeter hoch habe das Wasser in manchen Kellern gestanden, berichtete die Feuerwehr hinterher. 115 Mal waren die Frauen und Männer in der Nacht und am folgenden Tag ausgerückt, um den Bürgern zu helfen. Die zerstörte Brücke wurde erst am nächsten Morgen entdeckt. Die Bieber muss während des Unwetters zu einem reißenden Fluss angeschwollen sein. Das war nicht nur am Loch in der Tannenkopf-Brücke zu sehen. Auch die Ringstraße stand nach dem Unwetter in Höhe des Niederröder Wegs fast komplett unter Wasser.

Zu reißenden Fluss muss die Bieber in jener Nacht angeschwollen sein, dass sie ein solches Loch in die Brücke reißen konnte. - Foto: p

Seit einigen Wochen nun wird am Tannenkopf an einem neuen Überweg gearbeitet. „Die Brücke war schon länger baufällig und nur noch begrenzt belastungsfähig“, erläutert Bürgermeister Peter Jakoby auf Anfrage. Aus diesem Grund hatte die Stadtverwaltung einen Neubau ohnehin schon geplant und entsprechende Vorbereitungen getroffen. Als dann nach dem Unwetter klar war, dass der Überweg gar nicht mehr zu befahren war, konnte man vergleichsweise schnell reagieren. Das dauere dann zwar immer noch einige Zeit, bis die eigentlichen Arbeiten starten können, aber wichtige Vorarbeiten waren bereits geleistet.

Durchfluss für den Bach

Gebaut wird ein Überweg mit einem Durchfluss für den Bach. Diese Entscheidung habe zwei Gründe, betont der Bürgermeister. Zum einen wäre ein freischwebendes Bauwerk um einiges teurer geworden. Und zum anderen muss der Weg auch für schwere Fahrzeuge geeignet sein. Denn die Tannenkopf-Brücke ist auch für den Forst da, der zum Beispiel gefällte Baume aus dem Wald schaffen muss. Der Neubau kostet mit allen Nebenkosten etwa 120.000 Euro. „Als freischwebende Brücke wären daraus schnell 190.000 bis 200.000 Euro geworden“, schätzt Jakoby. Und dies wäre einfach zu viel.

Derzeit ruhen die Arbeiten am Tannenkopf zwar, aber wenn das Wetter hält, wird es in der kommenden Woche wohl weiter gehen. Auf der südlichen Seite des Übergangs wird derzeit die Böschung befestigt. An der nördlichen Seite ist mit der Böschung noch nicht so richtig angefangen worden. Dort kommt auch das Rohr wieder an die Oberfläche, das den größten Teil des Bieberwassers derzeit um das eigentliche Bachbett herum leitet.

Ist die Böschung befestigt, müssen eigentlich nur noch der Fahrweg asphaltiert und Brückengeländer angebracht werden. Dann wäre die neue Brücke fertig. Aber das hängt vor allem vor allem vom Wetter ab. Bleiben Frost und Schnee vorerst aus, könnte der Weg, der auch von Radlern und Spaziergängern gern genutzt wird, vielleicht schon im März wieder frei sein, hofft Bürgermeister Jakoby.

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