„Bubble Fußball“ in Heusenstamm

Allzu herrliche Hilflosigkeit

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Nicht drüber lachen, das funktioniert immer noch nicht. Auch wenn „Bubble Fußball“ längst eine Fangemeinde und Meisterschaften hat. Aus naheliegenden Gründen schweißtreibend, aber auch sportlich eine echte Herausforderung: Bubble Fußball.

Heusenstamm - Großes Chaos, heilloses Durcheinander und wildes Gekicke - so könnte der erste Eindruck sein, wenn man sich eine Partie Bubble Fußball anschaut. Von Peter Petrat 

Doch wer es selbst einmal ausprobiert hat, der ist von der neuen Sportart in den großen aufblasbaren Plastikkugeln begeistert. Zur zweiten Hessischen Meisterschaft der noch recht jungen Sportart traten im Soccer-Center Heusenstamm am Wochenende acht Mannschaften in zwei Spielklassen an. Auch wenn der Spaß an der ungewöhnlichen Form des Fußballs im Vordergrund stand, ging es auch um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Die wird im November in der Nähe von Bielefeld stattfinden. Dabei unterscheidet die Profis von den Amateuren lediglich die Frage, wer auch ohne Plastikblase bereits Fußball spielen kann. Denn entscheidend ist neben der eigenen Taktik die Fähigkeit, seinem Mitspieler das runde Leder sauber zuzuspielen. Unterschiede zwischen Männern und Frauen seien dabei nicht zu erkennen, so der Veranstalter.

Vor fast genau einem Jahr war die erste Hessenmeisterschaft das allererste Turnier im Bubble Fußball. Seitdem ist der Sport bekannter geworden; inzwischen finden in sieben Bundesländern Meisterschaftsturniere statt. Der Grund für die wachsende Beliebtheit ist dabei schwer zu erklären, aber leicht zu erfahren: Sobald man sich in eine der riesigen Plastikblasen gezwängt hat, macht es Spaß. Und der Drang, irgendwo anzustoßen, am liebsten an einen Gegner, wird übermächtig. „Bumpen“ nennt sich das. Anrempeln, Anspringen und Umstoßen ist grundsätzlich erlaubt, wenn man sich dabei im Blickfeld des anderen Spielers befindet. Ein Angriff von hinten ist verboten, da man sich nicht auf den Zusammenstoß vorbereiten kann.

Bubble Football in Heusenstamm: Video

Was erst einmal schlimm klingt, ist es überhaupt nicht. Veranstalter und Gründer Dr. Patrik Jungen versichert, dass es noch keine ernsthaften Verletzungen gegeben hat. Ein paar Abschürfungen seien zwar dabei, das liege aber eher am Bodenbelag. Auch Frauen scheuen sich nicht. „Am Anfang hatte ich schon ein wenig Angst, aber nachdem man das erste Mal umgehauen worden ist, war das kein Problem mehr - es tut nicht weh, man erschreckt sich nur am Anfang. Inzwischen macht das sogar richtig Spaß“, erklärt eine Spielerin nach ihrem ersten Turnierspiel.

Und lustig anzusehen ist es obendrein - zu komisch und herrlich hilflos wirkt es, wenn plötzlich die Hälfte der Spieler auf dem Feld umfällt und in großen Luftpolstern hin und her rollt. Oder wenn sich der Einwechselspieler samt seines über zehn Kilogramm schweren Überbaus von hinten durch das Tor auf das Spielfeld rollt und zunächst nicht so richtig auf den Füßen zu landen vermag. Auch wenn die Spiele nur jeweils zehn Minuten gehen, ist besonders das Bumpen kräftezehrend. „Das ist ja zehnmal so anstrengend wie normal draußen zu kicken“, stöhnt ein Spieler am Spielfeldrand, als er wieder aus seiner Kugel herausgeschlüpft ist. Oft fragen die Spieler am Ende nach dem Ergebnis, weil sie während des Spiels völlig auf Ball und Gegner konzentriert waren.

Am Ende des Turniers teilten sich „Seppel’s Buwe“ und die „Frankfurter Jungs“ nach einem Unentschieden im Finale den Sieg in der Hobby-Liga, nachdem die „Buwe“ in der Vorrunde knapp die Nase vorne hatten. In der Profi-Liga setzten sich die Spieler der „Maintracht Frankfurt“ gegen „Die Wildfische“ durch und errangen damit den Titel Hessenmeister.

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