Bühnenspaß mit Lottchen

Kids Klub Disharmonie feiert Erfolg mit erstem Theaterstücks

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Am Ende dürfen sich alle Beteiligten freuen – nicht nur, weil sie es geschafft haben, sondern auch, weil die Aufführung wirklich gut gelungen ist.

Heusenstamm - Eineinhalb Jahre lang haben sie sich vorbereitet. Jetzt haben 18 junge Menschen mit dem „doppelten Lottchen“ nach Erich Kästner ihren ersten großen Erfolg auf der Bühne des Pfarrheims St. Cäcilia gefeiert. von Claudia Bechthold

Die Sitzreihen im Saal des Pfarrheims St. Cäcilia sind voll. Vor allem die Kinder im Publikum werden allmählich unruhig. Alle warten gespannt darauf, dass das Licht ausgeht und sich der Vorhang hebt. Und tatsächlich erscheint endlich Timo Hartmann auf der Bühne: „Für eine kurze dramaturgische Einführung bitten wir alle Zuschauer noch einmal ins Foyer.“ Was soll das jetzt, mag sich da so der eine oder andere gefragt haben.

Doch ohne Murren stehen alle auf, zwängen sich ins Foyer. Dort überrascht Hartmann mit der Nachricht, das Stück „Das doppelte Lottchen“ nach Erich Kästner beginne im Ferienlager. Dann dürfen alle zurück. Ein Teil der Kinder hat sich inzwischen auf die Bühne geschlichen und begrüßt die Hereinkommenden mit dem fröhlichen Lärm spielender Kinder.

Es ist eine gut gelaunte, kurzweilige Komödie, die die Jugendlichen des Kids Klub Disharmonie gemeinsam mit Nicole Grundel und Timo Hartmann erarbeitet und auf die Bühne gebracht haben. Viermal spielen sie im – zugegeben nicht allzu großen – Saal des Cäcilia-Heims vor ausverkauftem Haus.

Noch viel mehr dürften sich die 18 „Kids“ aber über den langen Applaus gefreut haben, der ihnen jeweils am Ende ihrer Vorstellungen zuteil wurde. Denn dieser war mehr als verdient für tolle Leistungen aller Beteiligten. Bei übrigens spartanischer, aber geschickt genutzter Ausstattung, die eigentlich nur aus einigen schwarzen Würfeln und weißen Tischen bestand. Das Bett, das Sofa, sogar die Metzgerei-Theke wurden damit gestaltet.

Als Kind ein Kind zu spielen mag vielleicht nicht ganz so schwer zu sein. Einen Erwachsenen glaubhaft darstellen zu können, bedarf schon einer guten Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, dieses umzusetzen. Wenn dann auch noch komödiantisches Talent dazu kommt, ist es perfekt.

Alle „Kids“ haben eine ganz hervorragende Leistung erbracht. Die Texte saßen, die Charaktere stimmten – ob Kind oder Erwachsener. Einzig den Vater der Zwillinge spielte Timo Hartmann – alles andere wäre, so die Regie-Entscheidung, wenig glaubhaft gewesen.

Anna und Lena Skwirbat, Katharina Graf, Johanna Antosch, Jan Gilmer, Enni Hemberger, Annabelle Mauer, Victor Leiss, Nele Zuber, Chantal Büchler, Isabel Alderson, Ida Traser, Ronja Kilian, und Lynn Schwab dürfen stolz sein. Sie haben etwas geschafft, was nicht jedem gelingt: Sie haben so manchen Zuschauer zu Tränen gerührt.

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