Seniorenhilfe wird zu Bürger- und Seniorenhilfe

Es dürfen auch mal Jüngere...

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Die „KreaDiven“ sind die helfenden Engel bei den Veranstaltungen der Seniorenhilfe.

Heusenstamm - Die Heusenstammer Seniorenhilfe erweitert sich zur Bürger- und Seniorenhilfe. Die Namensänderung wird äußeres Zeichen für eine innere Neuaufstellung sein. Von Marcus Reinsch 

Die ist mit Lockrufen an Jüngere zwar eigentlich schon gemeistert - Kinderbetreuung, Hilfe bei der Lehrstellensuche, andere Angebote ... Aber bemerkt haben das bisher zu wenige. „Der Begriff Seniorenhilfe suggeriert: Das ist nur was für alte Leute, da kann ich erst mitmachen, wenn ich selbst alt bin. Das wollen wir nicht!“, sagt Vorsitzende Karin Keller. Also die Ergänzung um das Wort Bürger. Nachdem die Mitgliederversammlung im März beschlossen hatte, mit der Umbenennung dem Beispiel anderer gegen Überalterung steuernder Seniorenhilfe-Vereine zu folgen, sind die entsprechenden Unterlagen ans Offenbacher Amtsgericht gegangen. Das führt das Vereinsregister, und sobald es grünes Licht gibt, soll sich die von Beginn an nie gewollte Reduzierung der Heusenstammer Seniorenhilfe auf die Zielgruppe Senioren nach und nach erledigen.

Ein anderer Name alleine kann das natürlich nicht schaffen. Die Akteure um Karin Keller und die zweite Vorsitzende Hanna Heisler trommeln nach Kräften, um die Offerten des Vereins bekannt und jede Generation neugierig zu machen. Ein schönes Beispiel für die Leistungsfähigkeit einer Institution, der manch Ahnungsloser erstmal kaum mehr als die Expertenschaft im Stricken und Kochen zutraut, ist da www.seniorenhilfe-heusenstamm.de. Die Internetseite kommt mit ihrer klaren Darstellung der Hilfeleistungen und Helfer als ziemlich professioneller Beweis daher, wie sehr sich ein vor 20 Jahren noch zartes Pflänzchen zum weit verästelten Baum entwickelt hat. Begleitung zum Einkaufen, zum Arzt, zur Heilgymnastik, bei Behördengängen, „Alt hilft Jung“, Vorlesestunden und mehr. Besuche zu Hause, am Kartentisch ebenso wie am Krankenbett, Spaziergänge, kleine Hilfen im Haushalt, Haustierbetreuung, Schriftverkehr mit Behörden.

Unterstützung bei Bewerbung und Praktikum

Und eben auch Dienstleistungen, die garantiert kein Senior braucht. Die Kinderbetreuung etwa, „wenn zum Beispiel beide Eltrern berufstätig sind und eine Stunde zwischen Hortschluss und Arbeitsende zu überbrücken ist“. Karin Keller kennt viele Gelegenheiten, in denen das ansonsten recht breite Betreuungsangebot lückenhaft ist. Oder die Hilfe für Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen. Die Seniorenhilfe könne zwar keine eigenen Plätze bieten, aber bei Bewerbung und Praktikumsplatz unterstützen. Allein: Die Angebote sind, sagt Keller, „durchaus in Anspruch genommen worden - aber nicht so oft, wie wir uns das wünschen“. Die Altersstruktur der 1300 Mitglieder mit ihren etwa 200 Aktiven ist etwas schwierig. Der große Schwerpunkt liegt momentan bei 70 bis 80 Jahren, und „wir haben tatsächlich 85-jährige Helfer in unseren Reihen. Das ist lobenswert, aber so nicht gedacht.“

Nicht nur jedenfalls. Was fehlt, sind Jüngere, die nicht erst kommen, wenn sie Hilfe brauchen. Menschen, die im Heute mit der Hilfe für andere Punkte sammeln und im Morgen wieder als Hilfe für sich selbst in Anspruch nehmen und sich so die Alternativwährung bare Münze sparen. Dieses Prinzip der Hilfe auf Gegenseitigkeit pflegt die Heusenstammer wie jede andere Seniorenhilfe. Und es fehlen Menschen, die erkennen, dass auch Feste und Fahrten des Vereins nicht als reine Seniorenveranstaltungen konzipiert sind.

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