Bürgermeisterwahl

Halil Öztas: 1627 Stimmen dazu geholt

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VIele Hände musste der künftige Bürgermeister Halil Öztas am Sonntagabend auch bei der Wahlparty seiner Partei im Soccer-Center schütteln.

Heusenstamm - 671 Stimmen trennen Uwe Giebl (CDU) von Halil Öztas (SPD). 671 Wähler mehr haben am Sonntag den Sozialdemokraten Öztas zum neuen Bürgermeister Heusenstamms gekürt. Von Claudia Bechthold 

Der 38 Jahre alte Rechtsanwalt wird dieses Amt zum 1. Januar 2016 von Peter Jakoby (CDU) übernehmen, der nicht mehr angetreten war. Fleißige Wähler sind sie schon, die Schlossstädter. 6 888 Bürgerinnen und Bürger haben sich immerhin am nun schon zweiten Wahltag innerhalb von zwei Wochen aufgerafft, ihr Votum abzugeben. Das sind nur 276 Wähler weniger als am 27. September im ersten Wahlgang, genau 47 Prozent der 14 670 Wahlberechtigten. Für eine Stichwahl ist das eine gute Beteiligung. Wobei der Anteil der Briefwähler mit 1857 noch um 150 Bürgerinnen und Bürger höher lag als vor 14 Tagen. Nur zum Vergleich: Als die Neu-Isenburger vor zwei Wochen aufgerufen waren, einen neuen Bürgermeister und einen neuen Landrat zu wählen, haben dieses Recht nur 30,3 Prozent wahrgenommen.

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Wesentlich überraschender als die gute Wahlbeteiligung ist aber das eigentliche Ergebnis der Stichwahl. Seit der großen Podiumsdiskussion unserer Redaktion mit allen vier Kandidaten sei die Stimmung zu seinen Gunsten gekippt, meinte Öztas am Wahlabend im Rückblick. Dennoch konnte auch Uwe Giebl diesmal mehr Wähler für sich gewinnen als im ersten Wahlgang. Im Vergleich zum 27. September hat er immerhin 346 Stimmen mehr erhalten. Der Unterschied in absoluten Zahlen zwischen beiden Wahlgängen liegt bei Halil Öztas indes sehr viel höher. Genau 1 627 Stimmen mehr als vor zwei Wochen hat der 38-Jährige diesmal erhalten. Damit haben sich auch mehr Wähler umentschieden als der parteilose Thomas Hartmann Stimmen erhalten hatte. Dieser hatte seinen 1 326 Wählern ja empfohlen, bei der Stichwahl für den Sozialdemokraten zu stimmen.

In zwei der zehn Wahllokale konnte Giebl punkten. In Rembrücken etwa, wo er schon im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erhalten hatte. Dort erhielt er am Sonntag sogar 60,3 Prozent der Stimmen. Und im Bezirk 8 in der Adolf-Reichwein-Schule kam Giebl auf 51,5 Prozent. Schließlich entschied er einen der beiden Briefwahlbezirke mit 53,8 Prozent für sich.

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Alle anderen Bezirke gingen an Öztas – mit zum Teil sehr deutlichen Ergebnissen. Seine höchsten Anteile erzielte er mit 64,9 Prozent im Bezirk 1, das ist das Ostend mit Goldberg und einem Teil des alten Orts, und mit 62,7 Prozent im Bezirk 2 mit altem Ort und neuem alten Ort. Mit Halil Öztas zieht zum zweiten Mal in der Nachkriegsgeschichte Heusenstamms ein Bürgermeister ins Rathaus ein, der nicht in der Schlossstadt geboren wurde. Adolf Kessler, der von 1977 bis 1987 Rathaus-Chef war, stammt aus dem Saarland, alle anderen Bürgermeister sind oder waren geborene Heusenstammer. Ebenfalls zum zweiten Mal wird ein Sozialdemokrat die Verwaltung leiten. Joseph Kämmerer, Bürgermeister von 1904 bis 1933, gehörte am Ende seiner Amtszeit der SPD an.

Öztas will nach eigenem Bekunden jetzt erst einmal Liegengebliebenes in seiner Offenbacher Kanzlei erledigen und sich um eine Nachfolge kümmern. „Aber ich möchte auch schon die Verwaltungsstruktur und die Mitarbeiter im Rathaus kennen lernen“, sagte er am Sonntagabend. Denn der Übergang zwischen Peter Jakoby und ihm solle möglichst fließend ablaufen, ohne dass etwas ins Stocken gerate.

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