Bürogemeinschaft nach 60 Jahren gekündigt

Heusenstamm - Heusenstammer Sterbekasse musste aus ehemaligen KEH-Räumen ausziehen

Claudia Bechthold

Aus Gründen der Datensicherheit  hatte die BKK Mobil Oil der Heusenstammer Sterbekasse VaG im vergangenen Jahr die Bürogemeinschaft gekündigt. Aber das hält Walter Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Sterbekasse für vorgeschoben. Freilich sei man im Nachteil gewesen, denn „es war natürlich nichts schriftlich fixiert“. Nach rund 60 Jahren enger Zusammenarbeit mit dem BKK Mobil Oil Vorgänger, der Krankenkasse Eintracht Heusenstamm (KEH), musste die Geschäftsstelle der Sterbekasse jetzt aus den Räumen an der Alten Linde ausziehen.

„Untergekommen“ ist die Sterbekasse nun im Haus Frankfurter Straße 39. „Zum Glück gibt es in Vorstand und Aufsichtsrat einige Mitglieder, die tatkräftig mithelfen konnten“, berichtet Schäfer, der damit vor allem darauf verweist, dass die Kosten für den Umzug vergleichsweise gering gehalten werden konnten. „Wir haben das alles selbst gemacht.“

Ein wenig enttäuscht ist Walter Schäfer dennoch. Mit der KEH habe die unabhängige Heusenstammer Sterbekasse immer sehr eng zusammengearbeitet. „Etwa 90 Prozent unserer Mitglieder waren auch bei der KEH versichert“, sagt er. Als sich dann Ende 2007 abzeichnete, dass die KEH von der BKK Mobil Oil übernommen würde, habe man ihm noch zugesagt, alles bleibe wie bisher. Dies sei allerdings nicht lange eingehalten worden.

Dass die Räume an der Frankfurter Straße angemietet werden konnten, bezeichnet Schäfer als Glücksfall. Zumal dort nur wenig mehr Miete bezahlt werden müsse als bislang. Die Alternative wäre gewesen, in das Haus an der Kirchstraße einzuziehen, das der Sterbekasse gehört und an die Seniorenhilfe Heusenstamm vermietet ist.

Für den Bestand der Sterbekasse habe dieser Umzug keinerlei Auswirkungen, versichert der Vorstandsvorsitzende weiter. Die Gemeinschaft hat rund 1 200 Mitglieder mit etwa 2 600 Verträgen. „Wir sind eine gesunde Kasse“, sagt er, zumal die Institution bei Vergleichsstudien immer gut abschneide. So zahle man Mitgliedern mit so genannten Altverträgen rund 1000 Euro Sterbegeld. Bei den neuen Verträgen könnten bis zu 2 575 Euro ausgezahlt werden. Die monatlichen Beiträge, die nach Alter und Versicherungssumme gestaffelt sind liegen für eine 25-Jährigen bei 2,75 Euro. Ein 52-Jähriger zahlt 8,25 Euro.

Seit 1873 gibt es die Heusenstammer Sterbekasse VaG. „Früher sind vor allem die Heusenstammer bei uns eingetreten, wenn sie die Schule verlassen haben.“ Heute sei das leider nicht mehr selbstverständlich.

Mitarbeiterin Monika Totzauer ist dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 11 Uhr in der Frankfurter Straße 39 unter der Rufnummer 06104 / 405 26 73 zu erreichen.

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