Bunte Blumen an den Straßenrändern

Heusenstamms Stadtparlament beschließt, auf öffentlichen Flächen künftig Blühwiesen entstehen zu lassen

Eine bunte Wiese ist manchmal die Grünfläche entlang der Friedhofsmauer an der Frankfurter Straße.
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Eine bunte Wiese ist manchmal die Grünfläche entlang der Friedhofsmauer an der Frankfurter Straße.

Möglichst viele Blumen sollen künftig im Stadtgebiet blühen, um Insekten Nahrung und Heim zu bieten. Dazu haben jetzt CDU, Bündnisgrüne, SPD und Volt mit einem gemeinsamen Antrag beschlossen, dass der Magistrat geeignete öffentliche Flächen identifizieren und dem Fachausschuss vorstellen soll.

Heusenstamm – Es geht in dem umfangreichen Auftrag aber nicht nur um sogenannte Blühwiesen oder -streifen, sondern auch um Miniwälder und Biotope. Auch mit „scheinbar kleinen Schritten“ auf lokaler Ebene könne man einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Biodiversität und des Artenschutzes leisten, sind die Antragsteller von CDU und Grünen überzeugt. Mit SPD und Volt hatten sie sich nach deren Wunsch nach Änderungen und Ergänzungen auf den gemeinsamen Text geeinigt, der am Ende mit großer Mehrheit bei einer Enthaltung und einem Nein der AfD-Fraktion verabschiedet wurde.

Gedacht wird dabei zum Beispiel an Kreisel, Straßen- und Radwegränder, Flächen an den Ortseingängen, an Ackerrändern und ungenutzte Grünflächen. Dazu soll auch der Bestand an vorhandenen Pflanzen- und Tierarten aufgenommen werden. Außerdem wollen die Stadtverordneten geprüft wissen, wie Nistmöglichketen für Insekten geschaffen werden können, zum Beispiel, indem totes Holz liegen bleibt.

Untere Naturschutzbehörde wird einbezogen

Besondere Beachtung gilt in diesem Zusammenhang der Eignung einer Fläche am nordöstlichen Rand des Patershäuser Feldes zwischen Bieber, Woogbruch und dem sogenannten Langen Wald als insektenfreundliche Blühwiese. Da dieses Areal an das Naturschutzgebiet „Nachtweide“ grenzt, soll die Untere Naturschutzbehörde in die Prüfung einbezogen werden. Bedenken dazu äußerte vor allem die SPD-Stadtverordnete Simone Paesler, eine solche Blühwiese könnte einen verändernden Einfluss haben auf Pflanzen und Tiere, die im Gebiet der Nachweide leben.

Ebenfalls mit 34 Ja-Stimmen bei einem Nein und einer Enthaltung hat das Stadtparlament auf Antrag von SPD und Volt beschlossen, der Magistrat soll prüfen und berichten, welche öffentlichen Grünflächen künftig im Sinne des Insektenschutzes nur noch zweimal im Jahr gemäht werden können. Damit könnten Wiesen aus heimischen Wildpflanzen geschaffen werden, die durch ihre Höhe – sogenannte „Stockwerke“ –   nicht nur ein gesundes Mikroklima, sondern auch „ökologische Nischen“ für Artenvielfalt im Boden und an der Oberfläche bieten. Zudem könnten solche Wiesen mehr Wasser speichern als „Vielschnittrasen“. Da das Mähen der öffentlichen Grünflächen mit mehrjährigen Verträgen an Gartenfachbetriebe vergeben ist, kann deses nicht sofort reduziert werden. (Von Claudia Bechthold)

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