CDU mit 40 Prozent deutlich vorne

Zugewinn auch für Heusenstamms Grüne / Wahlbeteiligung gestiegen

58 Prozent der wahlberechtigten Heusenstammer haben gewählt.
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58 Prozent der wahlberechtigten Heusenstammer haben gewählt. Stadtverordneten jetzt beschlossen.

CDU und Grüne sind die Sieger der Kommunalwahl in der Schlossstadt. Die Christdemokraten erreichen 40,7 Prozent der Stimmen und erhalten 15 Sitze im neuen Stadtparlament. Das sind 5,5 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Sogar um 6,7 Prozent zugelegt haben die Bündnisgrünen, die nun wieder über fünf Sitze verfügen. Mit einem Minus von acht Prozent schneidet die SPD ab und ist damit Verlierer der Wahl. Die Sozialdemokraten haben 25,4 Prozent der Stimmen und damit neun Sitze für sich gewinnen können.

Heusenstamm - Außerdem wird es in Heusenstamms Stadtverordnetenversammlung künftig vier kleine Fraktionen geben. Je zwei Sitze erhalten FDP (5,4 Prozent), Freie Wähler Heusenstamm (FWH) (4,6 Prozent), AfD (5,6 Prozent) und die paneuropäische Partei Volt (3,9 Prozent). Während Volt zum ersten Mal ins Stadtparlament einzieht, haben die drei anderen Verluste hinnehmen müssen. Am stärksten trifft es die Freien Wähler, die 5,3 Prozent der Stimmen einbüßten. 1,7 Prozent der Stimmen verlor die AfD im Vergleich zu 2016. Die Freidemokraten mussten auf 1,2 Prozent der Wählerstimmen verzichten.

An erster Stelle im Kreis Offenbach steht die Schlossstadt übrigens bei der Wahlbeteiligung, die mit 58,5 Prozent, das sind 8 508 Wähler bei 14 535 Wahlberechtigten, um 7,2 Prozent höher lag als vor fünf Jahren.

„Wir sind überglücklich über ein so tolles Ergebnis, das haben wir so nicht erwartet“, sagt Heide Schwab, Spitzenkandidatin der CDU, in einer ersten Reaktion. Auch dass Steffen Ball, Bürgermeisterkandidat der Union, mit 6708 Stimmen ein deutliches Ergebnis erhalten habe, freue sie, betont die Vorsitzende. Man habe während des Wahlkampfs versucht, sich inhaltlich auf viele Details zu konzentrieren, das sei belohnt worden. „Wir haben sach- und zukunftsorientiert argumentiert und ganz bewusst auf Kritik an Vergangenem verzichtet“, ergänzt CDU-Fraktionsvorsitzender Paul Sassen.

Auch über die hohe Wahlbeteiligung freut man sich bei der CDU. Das habe zum einen dazu beigetragen, dass die AfD weniger Stimmen erhalten hat, meint Heide Schwab. Zum anderen habe die Tatsache, dass es kontroverse Themen gab, über die man entscheiden konnte, zur Mobilisierung der Wähler beigetragen, vermutet Paul Sassen. Der Unions-Politiker meint damit vor allem die Debatten über das Familienzentrum St. Cäcilia und über eine Sanierung oder einen Neubau des Feuerwehrhauses.

Es sei schade, dass die SPD drei Sitze verloren hat, sagt deren Spitzenkandidat Bürgermeister Halil Öztas gestern Nachmittag nach Bekanntwerden des vorläufigen Endergebnisses. Man hätte sich ein besseres Abschneiden gewünscht. Im Vergleich zu den Ergebnissen seiner Partei in anderen Kommunen des Kreises Offenbach liege die SPD Heusenstamm aber noch im vorderen Bereich. Wie schon am Sonntagabend nach Vorliegen des ersten Trends vermutet Halil Öztas, dass die Sozialdemokraten ihre drei Sitze an die neue Voltpartei und an die Grünen verloren haben, zumal Volt im sogenannten linken Lager verortet werde. Sicher habe die SPD schlechter abgeschnitten als vor fünf Jahren, liege aber im Zehn-Jahres-Vergleich noch immer um fünf Prozent besser.

Mit dem Wahlkampf der Sozialdemokraten würde er das Ergebnis nicht in Verbindung bringen, meint der Bürgermeister weiter. Die SPD habe sehr engagiert gekämpft: „Die CDU hat die Wahl gewonnen, dazu kann man nur gratulieren, wir haben etwas verloren, was uns enttäuscht.“

Keine Mehrheit für alte Kooperation

„Zufrieden, aber nicht glücklich“, sei er mit dem Wahlausgang, kommentiert Heiner Wilke-Zimmermann, Spitzenkandidat der Grünen, das Ergebnis. Da die alte Kooperation aus SPD, Grünen und FWH nun keine Mehrheit mehr habe, müsse man sich neu sortieren im Stadtparlament.

„Das ist optimal für uns gelaufen“, freut sich Marc Waese von Volt. Man sei vor allem „super glücklich“, dass man zwei Sitze gewonnen habe und damit eine Fraktion bilden könne.

Die FDP hätte sich gern etwas vergrößert, das habe leider wieder nicht geklappt, sagt deren Spitzenkandidat Uwe Klein. 2016 sei die AfD neu dazu gekommen, diesmal Volt: „Ich denke, das hat dazu beigetragen, dass es bei zwei Sitzen für uns bleibt.“

Es sei sehr schade, dass die Freien Wähler die Hälfte ihrer Stimmen eingebüßt haben, bedauert FWH-Spitzenkandidatin Sandra Horn. Wie es nun weitergehe, werde man in der nächsten Woche besprechen.

Enttäuschend nennt Carsten Härle, Spitzenkandidat der AfD, das Wahlergebnis. Es sei mit Volt eine neue Partei – eine „Kinderpartei“ – angetreten, die Leute hätten den „Corona-Wahnsinn“ nicht durchschaut und Verfassungsschutz und Presse hätten mitgeholfen, dass diese Wahl so ausgegangen sei. Außerdem sei der Wahlkampf durch Corona erheblich behindert worden. (Claudia Bechthold)

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